- Ausgabe: 1. Auflage
- Umfang/Format: 114 Seiten ; 24 cm
- Erscheinungsjahr: 1986
- Gesamttitel: Arbeitsbücher für die Aus- und Weiterbildung kirchlicher Mitarbeiter
- Schlagwörter: Matthäusevangelium, ; Einführung, Markusevangelium ; Einführung
Zur Arbeit mit diesem Buch
Das Neue Testament enthält vier Evangelienschriften, die des Mattäus, Markus, Lukas und Johannes. Wir hören in den Gottesdiensten an einem Sonntag einen Text aus dem einen, am nächsten vielleicht aus einem der anderen. Wenn wir auf die Stellenangabe nicht geachtet haben, wissen wir nachher oft nicht recht, in welchem der Evangelien wir das Sonntagsevangelium suchen sollen, es sei denn, es handelt sich um einen johanneischen Text: diesen verrät sein auffällig anderer Sprachcharakter. Heißt das aber nun, daß die drei anderen die gleiche Sprache sprechen und die gleichen Aussagen machen wollen? Oder sind nur die Unterschiede nicht so ins Auge springend?
In dem Arbeitsbuch „Auf der Suche nach Antwort wurde gezeigt, daß die dem, Mattäus, Markus und Lukas gemeinsamen Texte sowohl im Aufbau als auch in der Wortwahl so nahe miteinander verwandt sind, daß ihnen eine gemeinsame Überlieferung zugrunde gelegen haben muß (vgl. dort S. i iff.) und daß vieles darauf hinweist, daß Mattäus und Lukas das Markusevangelium als Quelle benutzt haben. Ein mit letzterem gemeinsamer Aufbau ihrer Schriften, nämlich die Darstellung des Wirkens Jesu in Galiläa und nur der eine Weg nach Jerusalem, bestätigt das. Es ist also tatsächlich viel Gemeinsames da! Darum spricht man auch von den drei „Synoptikern" (d. h. die, die eine gemeinsame Schau, Optik haben); auch wird gerne eine „Synopse" (Zusammenschau) benutzt, d. h. ein Buch, in dem parallele Texte der drei ersten Evangelien in Kolumnen nebeneinander abgedruckt sind.
In dem ersten Arbeitsbuch wurde dann aber auch an Hand eines Beispiels dargestellt, daß Mattaus und Lukas die Texte des Markusevangeliums nicht wörtlich übernommen, sondern mehr oder weniger abgewandelt haben (vgl. S. 37ff.) : aus einer Geschichte des Markus wird im Weitersagen die des Mattäus bzw. die des Lukas.
In diesem zweiten Arbeitsbuch soll nun nicht einer einzelnen Perikope nachgegangen, vielmehr soll jeweils nach der Besonderheit der ganzen Schrift — sowohl des Markus als auch des Mattäus — gefragt werden. Natürlich könnte auf ähnliche Weise anschließend mit dem Lukasevangelium verfahren werden. Allerdings: auf ähnliche, nicht auf gleiche Weise! Denn für das Verständnis des Lukasevangeliums müßte noch ein weiterer Faktor in Rechnung gestellt werden, nämlich der, daß Lukas seiner Schrift in der Apostelgeschichte eine Fortsetzung gegeben hat. Beide Bücher gehören zusammen und sollten darum auch gemeinsam nach Form, Aufbau und Theologie befragt werden. Das aber muß einem weiteren Arbeitsbuch vorbehalten bleiben. Und doch könnte schon dieses Anregungen geben, nach Besonderheiten des Lukas zu suchen, will es doch dem Leser helfen, einen Blick zu bekommen für die Unterschiede der uns oft so unterschiedslos erscheinenden Überlieferungen der Synoptiker.
gepflegtes Exemplar, nur kleine Lesespuren
- Verlag:
- Berlin : Evangelische Verlagsanstalt
- Artikelnummer:
- B00032060
- Gewicht:
- 400 gr