- Umfang/Format: 111 Seiten ; 8
- Anmerkungen: Lizenzausg. d. Paulinus Verlag, Trier Status nach VGG: vergriffen
- Einbandart und Originalverkaufspreis:
EINLEITUNG
Vorgeschichte
Die gegenwärtige Diskussion über den Zölibat währt nun fast schon ein Jahrzehnt, und es ist noch nicht abzusehen, wann sie wieder zur Ruhe kommt. Ihren Beginn kann man einigermaßen fixieren. Ausgelöst wurde sie dureh die Ankündigung des II. Vatikanisehen Konzils, wenn sie auch unterirdisch schon längst vorhanden war. Schon bei der ersten Sondierung der möglichen Konzilsmaterie wurde von vielen Seiten aueh das Zölibatsproblem genannt. Seitdem ist es mehr oder weniger offiziell im Gespräch, bei Priestern, aber auch bei Laien. Es gehörte zu den Themen des Konzils. In öffentlieher Debatte wurde darüber allerdings nicht gesprochen. Der Papst, aber aueh die meisten Bisehöfe hielten es nicht für opportun. Man war im Grunde froh, daß der Papst die Behandlung der Frage an sieh zog und für die nahe Zukunft eine Antwort auf sie in Aussicht stellte. Inzwisehen, so hoffte man, würden die Anliegen einer Reihe von Bischöfen, vor allem aus Ländern der heißen Zonen, noeh einmal überprüft werden. Knapp zwei Jahre naeh Beendigung des Konzils, im Sommer des Jahres 1967, erschien dann die Zölibatsenzyklika. Sie löste wegen ihres ungeschmälerten Festhaltens an der Zölibatsvorschrift für die Priester der lateinischen Kirehe vielerorts Enttäuschung aus und fand auch sonst eine scharfe Kritik. Man bemängelte nieht nur ihre oft salbungsvolle Sprache, sondern auch ihre theologisehen und anthropologischen Ausführungen. Sie entwickle eine Theologie des Priestertums, so sagte man, die den Priester wieder zu einer Art von Ausnahmemenschen mache, ihn zu einer gefährlichen Identifikation mit Christus verleite. Auch sei in ihr die Bedeutung des Leibliehen und Gesehlechtlichen für die menschliche Reifung, gemessen am gegenwärtigen Stand der Anthropologie, nur unzureichend dargestellt. Darum werde sie aueh jenen Priestern nieht gerecht, die die Zölibatsverpflichtung nicht mehr halten zu können glaubten; diese würden zu summariseh abqualifiziert und der Untreue bezichtigt. Die Vorwürfe waren oft überaus hart und sehossen bisweilen sowohl inhaltlieh wie aueh der Form nach...
Paul VI., Papst (Verfasser)
gutes Exemplar, altersgemäß gebräunt, Gesamtzustand gut
- Verlag:
- Leipzig : St.-Benno-Verl.
- broschiert,
- Artikelnummer:
- B00070670
- Gewicht:
- 400 gr