- Ausgabe: 1. Auflage
- Umfang/Format: XXIV, 375 Seiten ; 23 cm
- Einbandart und Originalverkaufspreis: brosch. : M 27.50
- Sachgebiet: Erziehung, Bildung, Unterricht ; 12 Christliche Religion
ZUR EINFÜHRUNG
Es lag ursprünglich nicht in der Absicht des Verfassers, noch einen vierten, abschließenden Band der Geschichte der Universität Erfurt zu schreiben. Einmal war nicht vorauszusehen, ob die Kräfte noch für eine so mühselige und zeitraubende Arbeit ausreichen würden; vor allem aber schien es unmöglich, daß ein einzelner die Gesamtgeschichte der Universität in allen vier Fakultäten für diesen Zeitraum von x633 bis 1816 bearbeiten könnte, seit die Wissenschaften sich aus dem gemeinsamen Kosmos eines einheitlichen Wissenschaftsbegriffs und einer in ihren Grundzügen einheitlichen Wissenschaftsmethode gelöst und ihre eigenen sachgerechten Methoden ausgearbeitet hatten. Nunmehr können nur Fachgelehrte die Geschichte ihrer Fakultät schreiben. Um aber die Erfurter Universitätsgeschichte nicht unvollendet liegenzulassen, bot sich als Ausweg dar, sich auf die Geschichte der theologischen Fakultät zu beschränken und sie bis zum Untergang der Universität im Jahre 1816 darzustellen. Die Theologie nahm damals noch eine zentrale Stelle im Universitätsgefüge ein; sie war dem Range, aber auch der Sache nach immer noch die erste Fakultät.
Fakultäten sind keine Fachhochschulen, sondern sind eingebettet in die Universitas, in das Gesamt der Wissenschaften, und daher kann man keine Geschichte einer Fakultät schreiben, ohne nicht immerfort das Ganze der Universität im Auge zu behalten. Und so wird auch dieser Teil, der dem Titel nach nur eine Fakultät behandelt, in Wirklichkeit zugleich eine Geschichte der Gesamtuniversität, wenn auch nur von einer bestimmten Blickrichtung aus. Ja, man kann wohl sagen: Die Theologen haben in Erfurt in ihrer eigenen Wissenschaft nicht viel Bedeutendes geleistet, wohl aber haben sie zu einem wesentlichen Teil mitgeholfen, daß die Universität als Gesamtgefüge in Funktion blieb und sich im Kreis der Universitäten immer noch ehrenvoll behauptete. Daß die Universität dennoch unterging, lag an den politischen und ökonomischen Verhältnissen der Zeit; es fehlten einfach die materiellen Grundlagen, ohne die sich auch eine einst so ruhmreiehe Universität nicht behaupten konnte.
War schon für die Zeit des Niedergangs von 1521 bis 1632 der Zweifel, ob sich eine solche Arbeit überhaupt lohne, das größte Hindernis, so erhoben sich die Bedenken in verstärktem Maß bei der Bearbeitung der Zeit von 1633 bis zum endgültigen Untergang der Universität im Jahre 1816. Doch bei der Ausarbeitung stellte sich das Interesse auch an dieser Zeit ein; denn wie auch noch in einer Scherbe sich der Glanz der umgebenden Welt spiegelt, so spiegelte sich in der kleinen, engen Welt der Universität Erfurt doch etwas, ja vieles der damaligen Geisteswelt wider. Das war das Eigentümliche dieser Zeit: Nicht bei den Weltmächten, sondern in kleinen Zentren konzentrierte sich die geistige Kraft dieser Zeitepoche, vor allem in Weimar und Jena, in Halle und Göttingen, aber doch auch in Gotha und Erfurt.
gutes Exemplar, altersgemäß gebräunt, Gesamtzustand gut
- Verlag:
- Leipzig : S[ank]t-Benno-Verlag
- Artikelnummer:
- B00055957
- Gewicht:
- 400 gr