Antiquariat Artemis
Favoriten

Das grosse Zittauer Fastentuch : hy schaffte hym?el und erde got / hrsg. von den Städtischen Museen Zittau. Volker Dudeck

Gewicht: 0.4 kg

Sofort lieferbar

5,70 €
inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
  • Ausgabe: 1. Auflage
  • Umfang/Format: 119 Seiten : zahlreiche Illustrationen ; 15 x 21 cm + Beil. (1 Bl.)
  • Einbandart und Originalverkaufspreis: kartoniert 3-9804900-6-8 kartoniert
  • Sachgebiet: Bildende Kunst ; 12 Christliche Religion

Fastentücher, diese einzigartigen Zeugnisse mittelalterlicher Frömmigkeit, sind selten geworden im christlichen Abendland. Einst in Europa weit verbreitet', verkörpern sie eine lange zurückreichende Tradition, die sich nur noch in einigen Kirchen Kärntens, Tirols und des westfälischen Münsterlandes erhalten hat. Sie wurden während der 40-tägigen Passions- und Fastenzeit (Quadragesima), also vom ersten Sonntag nach Fastnacht bis zum Ende der Karfreitagsliturgie, im Chorbogen aufgehangen und verdeckten den gesamten Altarraum. Der Gemeinde entzog sich auf diese Weise nicht nur die Sicht auf den Chor und die dort angeordneten Heiligtümer. Das Fastentuch trennte sie auch vom Geschehen am Altar, denn die Messe konnte nur noch gehört, aber nicht mehr gesehen werden.
Diese Trennung sollte den Gläubigen bewußt machen, daß sich ihre Seele durch die begangenen Sünden von Gott entfremdet hatte und sie deshalb bis zur Sühne durch Christi Tod nicht würdig waren, das Allerheiligste zu schauen. Man erlegte ihnen in Ergänzung zum körperlichen sozusagen eine Art seelisches Fasten als Buße auf. (Sörries, S. 9; Stary, S. 8 f.)
Nach den ältesten bisher verfügbaren Quellen läßt sich der Brauch der Altarverhüllung erstmals seit der
Jahrtausendwende nachweisen. So ist in einer Predigt des 1006 gestorbenen Abtes Aelfric von Winchester zu lesen: "In quadragesima reliquiae et cruces occultantur et velamen inter sancta sanctorum et populum pomitur... ." (Braun, S. 149)
(Während der Quadragesima werden die Reliquien und Kreuze verhüllt und ein Tuch zwischen dem Allerheiligsten und dem Volk aufgezogen.)
Die ältesten Tücher dürften einfarbig oder nur mit einfacher Ornamentstickerei geschmückt gewesen sein (ein Beispiel im Dommuseum zu Halberstadt).
Zu dieser Verhüllungsfunktion kommt nachweislich seit dem frühen 12. Jahrhundert eine weitere hinzu. Man begnügt sich nicht mehr allein damit, der Gemeinde den Anblick des Altars sowie der Heiligen Messe zu verwehren und auf diese Weise ihre stille Einkehr zu fördern, sondern man benutzt die großen Tücher, um ihr die christlichen Glaubensinhalte in einer Vielzahl von Bildern nahezubringen. Die ältesten vier Beispiele solcher bebilderten Fastentücher entstanden zwischen 1126 und 1149 im Kloster St. Ulrich und Afra zu Augsburg. Sie sind zwar nicht erhalten geblieben, aber es existiert eine ausführliche Beschreibung aus dem Jahre 1493. (Sörries, S. 10)
 

gutes Exemplar, ordentlich,

Artikelnummer: B00070693
Verlag:
Bad Muskau : Oettel
broschiert,
Artikelnummer:
B00070693
Gewicht:
400 gr