- Umfang/Format: 280 Seiten : zahlreiche Illustrationen, Kt. ; 28 cm
- Anmerkungen: Aus dem Amerikan. ?bers.
- Einbandart und Originalverkaufspreis: Gewebe : DM 84.00 3-406-37603-7 Gewebe : DM 84.00
- Sachgebiet: Geschichte und Historische Hilfswissenschaften ; 13 Allgemeine und Vergleichende Religionswissenschaft, Nichtchristliche Religionen
In ihrem großen historischen Porträt vermittelt uns Ruth Gay das Leben der jüdischen Minderheit in Deutschland von der Römerzeit bis zum Zweiten Weltkrieg. Es ist das Bild eines Volkes, das in einer fremden Kultur zuhause sein, das heißt auch: die eigene bewahren wollte voll großartiger, aber auch verzweifelter Hoffnungen, voll Trauer über die Diaspora, und noch in der Erniedrigung von einer beispielhaften Größe.
Das Werk bietet sowohl eine Kultur- und Sozial-, als auch eine Politikgeschichte. Es zeigt den schwierigen Weg zwischen Bewahrung der Eigenständigkeit und den Versuchen von Assimilation im Feld der Unterdrückungsmechanismen und des zunehmenden Antisemitismus auf der einen und einer von aufgeklärter Vernunft bestimmten Toleranz auf der anderen Seite. Ruth Gay kann zeigen, daß sich jüdische Kultur trotz aller Probleme über viele Jahrhunderte hin fast ungebrochen hat erhalten können und erst von den nationalsozialistischen Machthabern endgültig zerstört worden ist.
Ausgestattet mit einer Fülle von Bildern und Dokumenten bietet sie eine in sich geschlossene Überblicksdarstellung über das Alltagsleben in den kleinen jüdischen Gemeinden, ihre Kultur und ihre
Frinnerungen und Dichtungen, als Mosaiksteine einer überwältigenden Fülle des kulturellen Gedächtnisses, dessen Reichtum selbst für die europäische Geschichte einzigartig ist. So treten auch einzelne Gestalten vor uns hin: etwa der jüdische Handelsagent, der für Karl den Großen Botschafterdienste übernahm oder der jüdische Minnesänger Süskind von Trimberg aus dem 13. Jahrhundert. Wir hören vorn Frankfurter Pogrom im 17. Jahrhundert, bei dem Nichtjuden halfen, ihre jüdischen Nachbarn zu retten. Ausführlich wird des Philosophen Moses Mendelssohn gedacht, der nicht nur für die jüdische sondern auch für die deutsche Aufklärung des 18. Jahrhunderts eine zentrale Gestalt gewesen ist. Zu den letzten Zeugnissen gehören Briefe aus Berlin, die Betty Scholen« während der Zeit des Nationalsozialismus an ihren Sohn Gershorn in Palästina gerichtet hat, als sich die Schlinge um den Hals der jüdischen Gemeinschaft immer enger zog.
Ruth Gays Darstellung ist, so der jüdische Historiker Michael Meyer, »ein weites, faszinierendes Panorama. Der Leser begegnet hier den großen Persönlichkeiten ebenso wie den bezeichnenden wirtschaftlichen und kulturellen Leistungen der deutschen Juden — und der Tragödie, die ihre Geschichte endete.«
Ruth Gay studierte am Queens College New York und an der Columbia University. Sie ist freie Schriftstellerin und hat zahlreiche Bücher und Artikel veröffentlicht über jüdisches Leben und jüdische Kultur in den Vereinigten Staaten und in Deutschland.
gutes Exemplar, ordentlich,
- Verlag:
- München : Beck
- Artikelnummer:
- B00065338
- Gewicht:
- 1900 gr