- Ausgabe: 41.-50. Tsd.
- Umfang/Format: 47 Seiten ; 8
- Anmerkungen: Fr?her u. d. T.: Die deutsche Stadt Danzig Status nach VGG: vergriffen
- Einbandart und Originalverkaufspreis:
Danzig wurde von deutschen Kaufleuten gegründet, mit deren Hilfe die Herzöge von Pommerellen Handel und Wohlstand in ihr Land bringen wollten. 1224 erhielt es deutsches Stadtrecht. Nach dem Aussterben des Herzogshauses stritten der Deutsche Orden, Brandenburg und Polen um Danzig und Pommerellen. 1343, im Frieden von Kalisch, ließ König Kasimir III. von Polen seine Ansprüche fallen, und der Orden wurde Landesherr. Bald danach wurde Danzig Mitglied der Hanse.
Die Danziger Bürgerbücher reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Danzigs Hinterland, das den Danziger Handel nährte und von ihm versorgt wurde, war das Weichselgebiet. Auf der Weichsel kamen nach Danzig zur Ausfuhr die Massengüter des mittelalterlichen Handels: Getreide, Holz und Teer zum Schiffbau, Asche zur Seifenbereitung, Wachs für den kirchlichen Kultus, Hanf und Flachs. Dafür führten die Danziger ein: Salz, Heringe und Stockfisch für die Fastenkost, Wein, ausländische Stoffe und andere Luxuswaren für die Wohlhabenden. In Kowno unterhielt Danzig ein Salzlager für die Versorgung von Litauen und Rußland. Das Edelmetall aus den ungarischen Bergwerken wurde von Saumtieren über die Karpaten getragen und zu Wasser nach Danzig hinabgebracht.
1454, nach dem Fall der Ordensmacht, ging Danzig eine Personalunion mit der polnischen Krone ein, gewährte aber dem König von Polen keine wirklichen Souveränitäts-, sondern nur Ehrenrechte. Ohne Erlaubnis des Rats durfte er nicht nach Danzig einreiten. Als Stefan Bathory 1575 sich Danzigs bemächtigen wollte, waren ihm die Festungswerke, die Artillerie und die Geldmacht der Danziger zu stark. Er mußte von seinem Vorhaben abstehen. Danzig. blieb freie Stadt. Es hielt Truppen und Kriegsschiffe, führte Krieg und schloß Frieden nach seinem Gefallen und besaß eigenes Gesandtschaftsrecht. Amtssprachen waren Deutsch und Latein. Im 17. Jahrhundert war Danzig Welthandelsplatz und die volkreichste deutsche Stadt vor Wien, Augsburg, Köln und Hamburg. Im 18. Jahrhundert war es noch der verkehrsreichste Ostseehafen, berühmt durch seine Bauten, seine Kunstwerke und die weltmännische Kultur seiner Kaufherren. Elisabeth von England und Cromwell reden in ihren Briefen den Danziger Senat mit „Teuerste Freunde" an. Im Danziger Archiv liegt eine lateinisch. ausgefertigte Urkunde über einen 1707 zwischen Danzig und England geschlossenen Handelsvertrag mit einem prachtvollen Siegel der Königin Anna von England.
Nach dem ersten Weltkrieg behielt Danzig die Eigenrechte eines selbständigen Staatswesens zwischen Deutschland und Polen. 1939 wurde über den Versailler Vertrag hinweg der Anschluß an Deutschland verkündet. Der deutsch-polnische Krieg begann und mit ihm der zweite Weltkrieg, nach dessen Ende Danzig zum Hauptort der gleichnamigen polnischen Woiwodschaft gemacht wurde.
Als Danzig durch die polnischen Teilungen an Preußen kam, war es schon mehr als ein halbes Jahrtausend ein deutsches Gemeinwesen. Davon zeugten auch seine Bauten. Die Marienkirche aus dem 14. und 15. Jahrhundert war ein mächtiges Denkmal norddeutscher Backsteingotik. Sie enthielt Hans Memlings berühmtes Gemälde »Das Jüngste Gericht", das ein Danziger Kaperkapitän in einem Seekrieg der Hanse mit England, 1473, mit der kostbaren Ladung eines englischen Schiffes erbeutete. Das Rathaus aus dem 15. Jahrhundert war weltbekannt durch seinen schlankaufschießenden Turm mit kunstvoller Renaissancebekrönung. Das kühne gotische Sterngewölbe des Arcus- oder Junkershofs diente als Börse. Monumental waren die Danziger Tore: das gewaltige mittelalterliche Krantor, das Grüne,. das Hohe und das Langgasser Tor. Das Danziger Zeughaus war eines der prachtvollsten deutschen Renaissancebauwerke. Langer Markt und Langgasse boten ein glänzendes deutsches Städtebild aus der Zeit vom 15. bis 17. Jahrhundert dar. In der Frauengasse sah man. noch die alten Beischläge, geschmückte Treppenvorbauten vor den Bürgerhäusern, am schönsten und vollständigsten erhalten.
Anfang 1945 wurde Danzigs Innenstadt zu 95 Prozent zerstört. Die Polen bemühen sich um
den Wiederaufbau der historischen Bauwerke. Dr. Paul Rohrbach
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gutes Exemplar, ordentlich,
- Verlag:
- Königstein im Taunus : Langewiesche
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- B00071712
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