- Umfang/Format: 378 Seiten : Illustrationen ; 23 cm
- Einbandart und Originalverkaufspreis: fester Pappeinband : DM 39.90 3-7766-1951-1 fester Pappeinband : DM 39.90
- Sachgebiet: Geschichte und Historische Hilfswissenschaften ; 16 Politik
Giulio Andreotti, mehrfacher Ministerpräsident bzw. Außenminister und der herausragendste italienische Nachkriegspolitiker, ist angeklagt, mit der Mafia kollaboriert zu haben und der Auftraggeber politischer Morde gewesen zu sein. Ein zumindest in Mitteleuropa einmaliger Vorgang.
In den Jahrzehnten des Kalten Krieges hielt Andreotti mit Hilfe der italienischen und amerikanischen Geheimdienste Fäden und Intrigen des christdemokratischen Dauerregimes in den Händen. Italien war im weltweiten Ost-West-Konflikt wegen seiner militärstrategischen Lage im Mittelmeerraum und seiner in der westlichen Welt einmalig starken kommunistischen Partei zu einem besonderen Kriegsschauplatz geworden, weshalb die Reaktionen auf das Ende des Kalten Krieges hier auch besonders heftig waren.
Die Geheimpolitik hatte besondere Geschütze aufgefahren: Die Strategie der »Stabilisierung durch Destabilisierung« bedeutete, wie in zahlreichen Gerichtsprozessen inzwischen erwie-
sen, Terrorismus im Auftrag des Staates, von den Geheimdiensten gedeckte
blutige Bombenattentate und Bünd-
nisse mit der Mafia. Mißachtung der staatlichen Souveränität, Irreführung
polizeilicher Ermittlungen, Verletzung
zahlreicher rechtsstaatlicher Normen und politische Mordanschläge waren
an der Tagesordnung. Ein Politthriller löste den anderen ab. Regie führte die CIA, williger Helfer war vor allem auch Giulio Andreotti.
In Italien gibt es unterdessen unerschrockene Staatsanwälte, die durch
die Aufdeckung der Intrigen die Geheimpolitik des Kalten Krieges enthüllen und die Öffentlichkeit in Atem hal-
ten. Es bestehen heute keine Zweifel mehr, daß die scheinbare Unbesiegbarkeit der Mafia 'mit ihrer Deckung durch höchste Regierungsstellen zu tun hat. Seit der Landung der Amerikaner in Sizilien 1944 benutzten amerikanische und italienische Regierungsspitzen die Mafia als antikommunistisches Bollwerk. Ihre Verfolgung wurde von da an für Jahrzehnte hintangestellt. Die detaillierten Nachforschungen der Autorin führten zu einem Untergrund Italiens, zu Grauzonen am äußersten Rande der Legalität, Intrigen und dunklen Machenschaften, dorthin, wo Moral in der Politik nichts mehr zählt.
Regine Igel studierte Sozialwissenschaften, Germanistik und Hispanistik. Seit 1994 lebt sie in Ligurien. 1995 veröffentlichte sie eine Untersuchung über den italienischen Geheimdienst. Für »Silvio Berlusconi, eine italienische Karriere« erhielt sie den BauschMedia-Förderpreis.
gutes Exemplar, ordentlich
- Verlag:
- München : Herbig
- Artikelnummer:
- B00069868
- Gewicht:
- 400 gr