- Umfang/Format: 105 Seiten ; 20 cm
- Erscheinungsjahr: 1986
- Gesamttitel: Roman-Zeitung ; 440 = 1986, H. 11
- Einbandart und Originalverkaufspreis: kartoniert : M -.80
Fritz Rudolf Fries’ Vater war ein Kaufmann, der als Soldat im Zweiten Weltkrieg von italienischen Partisanen erschossen wurde. Seine Mutter war spanischer Abstammung. 1942 zog die Familie von Bilbao nach Leipzig, wo Fries die Bombardierungen der Stadt erlebte.[1]
Nach dem Studium der Anglistik, Romanistik und Hispanistik bei Werner Krauss und Hans Mayer an der Karl-Marx-Universität Leipzig wurde er freischaffender Übersetzer aus dem Englischen, Französischen und Spanischen (Calderón, Cervantes, Neruda, Buero Vallejo u. a.), Dolmetscher (unter anderem in Prag und Moskau) und Schriftsteller. Außerdem machte er sich als Herausgeber einer vierbändigen Borges-Ausgabe einen Namen. Von 1960 bis 1966 arbeitete er als Assistent bei Werner Krauss an der Akademie der Wissenschaften der DDR in Berlin. 1964 reiste er nach Kuba.
Sein erster Roman Der Weg nach Oobliadooh fand in der DDR keine Druckgenehmigung und erschien unter Vermittlung von Uwe Johnson 1966 im Suhrkamp Verlag in der Bundesrepublik. Die (West-)Schriftstellerin Gabriele Wohmann bemerkte:
„Fries widerlegte die Vorstellung vom handwerklich ungeschickten, thematisch eingeengten, formal vorsichtigen und bieder erzählenden DDR-Schriftsteller“.[2]
Seine Karriere als Schriftsteller in der DDR verlief nicht bruchlos. Nachdem sein erster Roman im Westen erschienen war, verlor er 1966 seine Arbeitsstelle in der Ost-Berliner Akademie der Künste.[3] Auch später verweigerte sich Fries dem von der SED gewünschten sozialistischen Realismus. Weil seine Werke aber auch keine explizite DDR-Kritik enthielten, konnte er freischaffend als Autor von Büchern und Hörspielen und als Übersetzer arbeiten. Zu seinen Werken gehören u. a. Gedichte über historische Persönlichkeiten wie Nicolás Guillén, Paul Gauguin und Pablo Picasso.[4]
1972 wurde Fries Mitglied des PEN-Zentrums der DDR und kurz darauf in dessen Präsidium gewählt. Im selben Jahr warb ihn das Ministerium für Staatssicherheit als Spitzel an. Sein Deckname als Inoffizieller Mitarbeiter lautete Pedro Hagen. Diese Tätigkeit endete 1985.[5]
Nachdem er diese Zuarbeit als IM für die Staatssicherheit 1996 selbst offengelegt hatte,[6] trat er aus allen Vereinigungen, deren Mitglied er war, aus (P.E.N., Akademie der Künste in Berlin, Bayerische Akademie der Schönen Künste, Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung). Die für den 21. Juni 1996 angesetzte Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden für 1995 des Bundes der Kriegsblinden Deutschlands wurde nach dieser Enthüllung abgesagt. (Quelle: Wikipedia)
gutes Exemplar, altersgemäß gebräunt, Gesamtzustand gut
- Verlag:
- Berlin : Verlag Volk u. Welt
- ROMANZEITUNG
- Artikelnummer:
- B00072684
- Gewicht:
- 400 gr