- Ausgabe: 1. Auflage
- Umfang/Format: 238 Seiten ; 20 cm
- Erscheinungsjahr: 1976
Veronique, 35, verheiratet, streift ziellos durch ein großes Warenhaus. Sie betrachtet die Auslagen, schaut in die verborgenen Spiegel, mit deren Hilfe die Kunden überwacht werden, beobachtet die hastigen Käufer und die gelangweilten Verkäuferinnen. Eine erdrückende Flut visueller und akustischer Eindrücke strömt auf sie ein. Plötzlich packt sie das Verlangen nach einem Gegenstand, den sie dringend gebrauchen könnte — einem Wecker. Und obwohl sie kein Geld bei sich hat, steckt sie ihn ein. Sie glaubt sich unbeobachtet, wird aber am Ausgang vom Hausdetektiv gestellt. Die unüberlegte, aus einer Laune begangene Tat löst einen Mechanismus aus, der Veronique mit neuen Lebensbereichen konfrontiert, ihre Sinne schärft und sie um wichtige Erfahrungen bereichert.
Mehdi, ein nordafrikanischer Arbeiter, fährt nach Feierabend mit dem Bus in sein Quartier. Er ist staubbedeckt, zum Umfallen müde, bleibt aber stehen, um kein Mißfallen zu erregen. In unmittelbarer Nähe seiner Wohnung gerät der Bus in eine Verkehrsstockung, Mehdi bittet darum, die Tür zu öffnen. Der Fahrer, abweisend und zynisch, weigert sich. Als Mehdi dennoch aussteigt, kommt es zu einem Verkehrsunfall. Der Nordafrikaner wird in ein Gerichtsverfahren verwickelt. Aus verschiedenen, nicht sofort durchschaubaren Motiven ergreifen Menschen für und wider ihn Partei. Alltägliche Begebenheiten im Frankreich unserer Tage sind Gegenstand der beiden Erzählungen. Mit feiner Beobachtungsgabe und psychologischer Genauigkeit bricht der Autor die Oberfläche banaler Erscheinungen auf, um Verhaltensmuster und soziale Strukturen bloßzulegen.
ordentliches Exemplar, Einband und Buchblock mit kleinen Lesespuren, Buchblock altersgemäß gebräunt, Gesamtzustand: gut
- Verlag:
- Berlin : Verlag Volk u. Welt
- Artikelnummer:
- B00041719
- Gewicht:
- 400 gr