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Strenge Literatur : Essays / Boris Pankin. Aus d. Russ. von Marianne Müller u. Eckhard Thiele

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  • Ausgabe: Vom Autor veränd. dt. Ausg., 1. Auflage
  • Umfang/Format: 350 Seiten ; 21 cm
  • Erscheinungsjahr: 1982
  • Schlagwörter: Sowjetunion ; Sozialistische Literatur ; Sowjetliteratur

Streng ist diese Literatur in ihren sittlichen Anforderungen an den Menschen, an die Gesellschaft und vor allem an sich selbst. Unter diesem Aspekt hat Boris Pankin das Verbindende und Wesentliche der sehr vielfältigen jüngsten Sowjetliteratur zusammengefaßt.
 Wladimir Tendrjakow erklärte — auch im Namen seiner Kollegen —programmatisch: „Die höchste Sittlichkeit ist diejenige, die vom Menschen eine zweifelnde, sehr kritische Beziehung zu seinem eigenen Verhalten fordert. Ebenso kritisch muß jeder Mensch seine Umwelt und sein Volk betrachten. Er muß vor allem die schmerzhaften Wunden finden, die geheilt werden müssen. Wenn wir unsere eigenen Unvollkommenheiten verschweigen, dann werden wir zu einer amoralischen und lebensuntüchtigen Gesellschaft. Vor allem müssen wir streng gegen uns selbst sein." Boris Pankin versteht es, diesen Sinngehalt der jüngsten Sowjetliteratur im scheinbar Fernliegenden, ja manchmal sogar exotisch Anmutenden herauszuarbeiten. Der rauhe Realismus eines Abramow, der den komplizierten Weg seiner nordrussischen Heimat seit dem Kriege unerbittlich analysiert, der Kirgise Aitmatow, der in der poesievollen Metaphorik mittelasiatischer Traditionen die „ewigen Fragen" der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft stellt, der Sibirier Rasputin, der nachdenklich den Untergang des altrussischen Dorfes mit dem Blick auf notwendige Alternativen beobachtet, oder der Leningrader Granin, der die geistige Tradition der eigenen und der Weltgeschichte für sich und uns neu durchforscht — sie alle offenbaren, • durch, Pankins Essays verdeutlicht, Aspekte einer kollektiven ästhetischen Selbsterkenntnis und Selbstbestimmung des sowjetischen Volkes. Eingebürgerte Lesegewohnheiten haben mitunter Leser oder Kritiker daran gehindert, diese „strenge Literatur" in ihrer zukunftswichtigen Bedeutung gleich zu erkennen. Gefragt wurde, wo ist der Autorenstandpunkt des Juri Trifonow, wenn er objektiv den Alltag darstellt, der anders geworden ist, als ursprünglich gedacht, oder der Autorenstandpunkt des Fragen über Fragen aufwerfenden Schukschin? Feinsinnig analysiert Pankin, daß der Autorenstandpunkt in der künstlerischen Sehweise liegt, die Bekanntes, Menschliches, Allzumenschliches neu beleuchtet, damit der Leser veranlaßt wird, dieses „andere Leben" anders als gewohnt, sozialistisch zu bewältigen.
Boris Pankin, 1931 in Frunse (Kirgisien) geboren, studierte an der Moskauer Universität. Von 1953 bis 1973 arbeitete er als Literaturkritiker an der „Komsomolskaja Prawda". Damals erschienen seine Bücher und belletristischen Skizzen: „In unserem Haus", „Im Lager der Güte" und „Über Zeitungen und Zeitungsmacher" sowie der— 1976 auch in der DDR veröffentlichte — Essayband „Über Abramow, Aitmatow, Trojepolski und andere". Pankin ist seit 1973 Vorsitzender der WAAP, außerdem Mitglied des Vorstandes des sowjetischen Schriftstellerverbandes und Sekretär der Leitung des sowjetischen Journalistenverbandes.
 

gepflegtes Exemplar, nur kleine Lesespuren,Buchblock altersgemäß gebräunt

Artikelnummer: B00042903
Verlag:
Berlin : Verlag Volk u. Welt
Artikelnummer:
B00042903
Gewicht:
400 gr