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Stepan Rasin : Histor. Roman / A. P. Tschapygin. Der dt. Fassung liegt e. Übers. aus d. Russ. von Paul Reissert zugrunde. Mit e. Nachw. von Alexander Baer

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  • Ausgabe: 6. Auflage
  • Umfang/Format: 697 Seiten ; 8
  • Erscheinungsjahr: 1969


    Der Bauer war für den Bojaren kein
Mensch, sondern nur ein Vieh, das
für seinen Herrn zu pflügen und ihn zu
füttern hatte; und die Nahrung jener
zahllosen Hungerleider in Stadt und
Land, die den Adel, die Fürsten, die Statthalter, die reichen Kaufleute unablässig schlemmen sahen, bestand aus Fleisch mit Maden und aus Brot mit Sand ...
Darum wurde Stepan Rasin, der Vertreter der armen Donkosaken, der in
seinem Vaterlande wohl die gleichen
Zustände erleben mußte wie ein Thomas Münzer in Deutschland, zum Rebellen,
der diese schändliche Welt aus den Angeln heben und alle Unterdrückten, denen sein großes Herz gehörte, befreien wollte.
Seine Stimme, wo immer er sie wider den Zaren, die Statthalter, Bojaren und
Henker erhebt, um zur Rache gegen diese
Unmenschen aufzurufen, die mit Richtbeil und Knute die Besitzlosen, die
„Nacktwänste", im Zaume halten, dringt
jedem bis ins Herz ... Statthalter und Bojaren erzittern, doch alle Unterdrück-
ten, alle von barbarischer Fron zum Vieh
Degradierten hoffen auf ihre Befreiung und scharen sich um den Rächer, der -
von Haß und Leidenschaft erfüllt — seinen Feinden droht: „Die Wölfe muß man mit der Bojaren Fleisch füttern, bis daß sie gesättigt sind. Meine Sach' ist's, bis nach Moskau zu gelangen, um die Bojaren zu richten oder selbst gerichtet zu werden ... !"
Ein Buch, das die Barbarei jener Zeit
schonungslos enthüllt, und zugleich ein Buch voller Poesie — ein dichterisches Meisterwerk, das uns den Kampf- und Leidensweg des russischen Volkes im siebzehnten Jahrhundert, seinen Traum von einer lichten, besseren Zukunft vor Augen führt.
Eine Unzahl von Personen zieht vorüber; sie enden im Folterturm der Peinlichen Gerichte oder am Galgen, sterben als Rebellen oder als Knechte des Zaren.
Das Meer, die Wolga, die Steppe, die Zarenstadt Moskau, die Residenzen mohammedanischer Fürsten, Südrußland und Persien, Hofgelage und Kosakenfeste, Märkte und Prozessionen, Schlachten, Seegefechte und Hinrichtungen: all dies erlebt der Leser wie ein
Zeitgenosse Stepan Rasins, wie ein   
Augenzeuge. Er vernimmt die Schreie der zu Tode Gemarterten und das verzweifelte Flüstern Irinizas, die an der Liebe zu Stepan Rasin zugrunde geht ... Ein überragender historischer Roman, der in seinen düsteren und in seinen
prächtig bunten Farben wie ein gewaltiges, geniales Gemälde wirkt, das den
Betrachter fasziniert — und dabei geht
der Künstler ins Detail, analysiert die Seelen von Helden und Schurken mit
der Gewissenhaftigkeit des Psychologen
und läßt uns die Gründe für das grau-
sige Ende Stepan Rasins verständlich   
werden, der zwar von der Wolga nach Moskau kommt — aber nicht, um dort zu richten, sondern um selbst gerichtet zu werden ...
 

A. P. Tschapygin

gepflegtes Exemplar, nur kleine Lesespuren,Buchblock altersgemäß gebräunt, am Buchschnitt unten ein Fleck

Verlag:
Berlin : Verlag Kultur u. Fortschritt VEB
Artikelnummer:
B00043961
Gewicht:
400 gr
Lagerplatz:
N4