- Umfang/Format: 846 Seiten ; 23 cm
- Einbandart und Originalverkaufspreis: Gewebe : DM 24.00 3-10-020002-0 Gewebe : DM 24.00
- Sachgebiet: Belletristik
Spiele ohne Ende. Erzählungen aus hun-
dert Jahren S. Fischer Verlag: Der Titel
sagt genau, was das Besondere dieser
Anthologie ist. Erzählungen, erschienen zwischen 1893 und 1985, die nicht nur die hundertjährige Geschichte dieses Verlags, nicht nur Geist und Güte und Entdeckerlust Samuel Fischers und seiner Nachfolger bezeugen, sondern auch als Geschichten an sich gelesen und gewertet sein wollen. Erzählungen deutschsprachiger, europäischer, internationaler Autoren, von denen mindestens ein Dutzend zu den »Klassikern der Moderne« gehören. Leitfiguren, Nobelpreisträger, Repräsentanten ihrer Nationen. Schriftsteller aber auch, die einmal berühmt waren, heute halb vergessen sind und es doch verdienen, wiederentdeckt zu werden. Erzähler und Erzählerinnen unterschiedlicher Formen, Intentionen, Richtungen, Temperamente. Die einen, die ihrer Zeit und Umgebung den Kampf ansagten; andere, die nur ihr Verlangen nach Freiheit bekunden wollten: als Künstler und Individuen. Und wieder andere, die eine Chronistenpflicht erfüllten, indem sie von dem erzählten, was sich zu ihrer Zeit ereignete: Krieg, Diktatur, Exil, Stagnation, eben Krisen und wie der Einzelne sie zu erleiden hatte.
Dieser Band enthält Bilder vom Men-
schenleben: von der Kindheit, der Ju-
gend, dem Alter, dem Sterben und, wie eh
und je, von der Liebe. Die Erzählungen beweisen als »Spiele ohne Ende« die
Vielfalt und Offenheit ihrer Gattung, sei
es, daß sie novellistisch konzentriert und pointiert als »unerhörte Begebenheit«
oder episch, dramatisch, lyrisch angelegt
sind. Geschichten sind es, die merkwürdige Fälle erzählen oder kriminalistische,
von kleinen Leuten in kleinen Verhältnissen oder Grotesken, Satiren, Momentaufnahmen. Es gibt dabei Prosastücke, die aufklären, sogar etwas lehren und andere, die den Leser zwingen innezuhalten, weil er eben darin seine vergleichbare
Situation erkennt. Manche Texte scheinen bestäubt zu sein von der Patina einer vergangenen Epoche; andere aus der jüngsten Vergangenheit und unmittelbaren Gegenwart widersprechen aller Skepsis, es gehe zu Ende mit dem Erzählen. Im Gegensatz dazu hat die Erzählung — dies beweisen die Beispiele der achtziger Jahre — ihre Glaubwürdigkeit zurückgewonnen. Die Autoren setzen sie fort. Die Leser hören zu.
Die hundert Jahre zwischen 1886 und 1985 stehen in den Literaturgeschichten in Kapitel eingeteilt, in Strömungen, die sich ablösten, die sich bekämpften. Auf den Naturalismus, den der Verlag in den Jahren vor der Jahrhundertwende durchzusetzen verhalf, folgten Impressionismus, Symbolismus, Neuromantik, Jugendstil, Expressionismus und Neue Sachlichkeit. Es ist ein immer wieder anders akzentuierter Realismus; bis zu den Erzählweisen von heute, die noch kein Begriff festlegt. Für den S. Fischer Verlag ist es kennzeichnend, daß er sich dem Nacheinander der Richtungen und Programme nicht verschlossen, sondern geöffnet hat. Dies geschah und geschieht im Sinne des Gründers Samuel Fischer, über den Thomas Mann schrieb, er sei bestrebt gewe-
sen, »das Revolutionäre ins Klassische
münden zu lassen«. So liest man sich zu-
gleich in die Zeit- und Literaturgeschichte
hinein, und dies verleiht den »Spielen oh-
ne Ende« eine zusätzliche Spannung.
Hans Bender, geboren 1919 in Mühlhau-sen (Kraichgau), lebt in Köln. Er veröffentlichte Gedichte, Geschichten, Aufsätze, zwei Romane und gab mehrere Anthologien und viele Jahre die Zeitschrift »Akzente« heraus. Die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« rühmte ihn als den »kenntnisreichsten, belesensten und einfallsreichsten Anthologisten«.
Bender, Hans (Herausgeber)
gutes Exemplar, ordentlich,
- Verlag:
- Frankfurt am Main : S. Fischer
- Artikelnummer:
- B00058372
- Gewicht:
- 1900 gr
- Lagerplatz:
- A5