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Salto mortale : Zirkusgeschichten / hrsg. von Hans Marquardt. Mit Zeichn. von Josef Hegenbarth

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  • Ausgabe: 1. Auflage
  • Umfang/Format: 269 Seiten : Illustrationen ; 24 cm
  • Erscheinungsjahr: 1977

Salto mortale — mit dieser Antnologie wird dem Leser eine besondere Welt erschlossen — der Zirkus: jene betörende, die Menge erregende Leiblichkeit der Manege, jene berauschende Kaskade blendender Kunstfertigkeiten, bei denen die Artisten in jeder Minute scheinbar die Gesetze der Realität, vor allem der Schwerkraft, widerlegen und Raubtierdompteure mit Erfolg dem sagenhaften Orpheus nacheifern. Wenn große Dichter einen sie faszinierenden Stoff aufgreifen, wird er zur gültigen Literatur. Künstler und Schriftsteller von Rang haben sich — wie dieses Buch zeigt — von jeher mit dem Leben der Artisten und ihren Schicksalen in der Manege befaßt. Für den Franzosen Francois Mauriac ist der Zirkus «die letzte Insel der Reinheit auf Erden». Karl von Holtei, der mit «Vagabunden» den ersten deutschen Artistenroman geschrieben hat, nannte bereits hundertJahre vor Mauriac diese «Insel» eine Welt, in der sich «die nüchternste Prosa hinter gleißenden Gewändern, großen Sprachen... oft so glücklich zu verbergen weiß, daß nur ein scharfes, geübtes Auge sie herauszufinden vermag». Auch Hermann Hesse zeigte sich von der entsagungsvollen Kunst der Artisten zutiefst beeindruckt und wird dem schönen und schweren Beruf gerecht, wenn er feststellt: «Jeder Seiltänzer unterm Abendhimmel, jeder Trapezturner im Zirkuszelt oder auf der Varietbuhne muß viel gelernt und geübt haben und muß jedesmal von neuem sein Leben und seine Glieder dranwagen, während wir in der Lite-
ratur und anderen (höheren) Künsten so manchen Leuten begegnen, die niemals etwas gekonnt oder gewagt haben.),
Diese Anthologie stellt einen bedeutenden Abschnitt europäischer Zirkusgeschichte vor. Besonders im vorigen Jahrhundert sind zahlreiche Erzählungen und Romane entstanden, die klassischen Rang erreichten. Einige hat der Herausgeber dem Leser neu erschlossen, andere, in diesem Jahrhundert geschriebene, wie «Siegfried» von Jarosaw Iwaszkiewicz oder ((Das Lächeln am Fuße der Leiter» von Henry Miller, sind — erstmalig in diesem Rahmen—ebenfalls in den Band aufgenommen worden.
Wenn hier nicht nur ein Lese-, sondern zugleich auch ein Kunstbuch vorgelegt wird, so verdanken wir das Josef Hegenbarth. Wie Toulouse-Lautrec liebte er die Varietes und Zirkusspiele, die Welt der Dompteure, Akrobaten und Clowns. Entzündete sich die Formkraft des großen Franzosen im wesentlichen am Bunten und Schillernden der Manegewelt, so die des Deutschen an der Beweglichkeit der Vorgänge, der inneren wie der äußeren. Bilddramatiker durch und durch ist Josef Hegenbarth in diesen Pinsel- und Federzeichnungen, die als grafische Variationen zum Thema Zirkus der Dichtung beigeordnet wurden. Nicht zuletzt dadurch erhält dieser Band solitäre Bedeutung.
 

Marquardt, Hans (Herausgeber)


gutes Exemplar, Einband mit kleinen altersbedingten Spuren

Verlag:
Leipzig : Reclam
Artikelnummer:
B00039995
Gewicht:
400 gr
Lagerplatz:
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