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Romeo und Julia, König Richard der Zweite, übersetzt von A.W. v. Schlegel, L. Tieck, E. Wagner, Fr. Bodenstedt und K. Simrock, nach den Originaltexten neu Revidiert Herausgegeben von Chr. Christiansen

Gewicht: 0.4 kg

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EINLEITUNG.
Hatte Shakespeare in den bisherigen dramatischen Werken, auch noch im „Sommernachtstraum", ein größeres oder geringeres Abhängigkeitsverhältnis, mindestens aber ein sorgsames Anlehnen an ältere oder zeitgenössische Vorbilder bekundet, so zeigt er sich in Romeo und Julia, der nunmehr entstandenen großen Liebestragödie der Kinder aus den sich heißblütig befehdenden Häusern der Montecchi und Capuletti in Verona, als durchaus souverän. Zum erstenmal bekundet er hier eine radikale Abkehr von der immer wieder herangeholten Sagentragödie des Seneca, eine endgültige Lossagung von den sattsam zutage tretenden Heldentypen der Jugenddichtung, um lediglich auf Grund der Novellenrohstoffe eine ureigene dramatische Kunst reifer Vollendung zu schaffen. Die farbengesättigte Sprache, die gesteigerte Glut der Empfindung, die uns in den 1593 und 1594 authentisch erschienenen, dem Grafen von Southampton eigenhändig gewidmeten epischen Gedichten Venus und Adonis und Lukretia, auch in den wenigstens ebenso früh entstandenen Sonetten begegnen, sind augenscheinlich Vorläuferinnen jener allesverzehrenden, lebensvernichtenden Liebesglut, die in „Romeo und Julia" ihren Ausdruck erringen sollte. Trotz des Ruhmes, den die besagten Epen ihrem Urheber einernteten, trotz der Beliebtheit, der sie sich im elisabethanischen England erfreuten, hat dieser doch bald. in ihm eigener ungetrübter Selbsterkenntnis sich gestanden, daß nicht die episch-lyrische, sondern eben die dramatische Dichtung sein eigenstes Arbeitsfeld war. Aus tiefster persönlicher Empfindung heraus ist die Veroneser Liebestragödie gewachsen, zum ersten Male hat der Dichter hier ganz sich selbst gegeben, und man kann nicht umhin, Lessing beizustimmen, wenn er sie im fünfzehnten Stück der „Hamburgischen Dramaturgie" die einzige Tragödie nennt, „an der die Liebe selbst hat arbeiten helfen". In rein künstlerischer Beziehung reicht sie wohl kaum an den „Sornmernachtstraum" heran. Sie hat aber einen weit tieferen innern Gehalt und gilt mit Recht als die erste große Liebestragödie der Weltliteratur.
 

Shakespeares sämtliche Werke

gutes Exemplar, ordentlich,

Verlag:
Gutenberg Verlag Hamburg
gebundene Ausgabe,
Artikelnummer:
B00065043
Gewicht:
400 gr
Lagerplatz:
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