Band 1
Theodor Fontane wollte seinen Landsleuten zeigen, »daß es in ihrer nächsten Nähe auch nicht übel sei und daß es in Mark Brandenburg auch historische Städte, alte Schlösser, schöne Seen, landschaftliche Eigentümlichkeiten und Schritt für Schritt tüchtige Kerle gäbe«. Aus diesem Vorsatz entstanden zwischen 1859 und 1881 die vier Bände seiner »Wanderungen durch die Mark Brandenburg«. Was er kenntnisreich beschrieb, suchten zu gleicher Zeit Zeichner und Stecher, Maler und Lithographen festzuhalten, und zum ersten Mal in der Geschichte der Fontane-Edition verbindet die vorliegende Ausgabe Wort und Bild in großzügiger Auswahl.
Fontane sprach in jedem Herrenhaus vor und besuchte jedes Haus des Herrn, er durchstreifte das Land mit der Mietskutsche und der Eisenbahn, er verwickelte Pfarrer und Lehrer in ausgedehnte Fachkorrespondenzen. Dabei spürte er hinter den »kahlen Plateaus, die >nichts als Gegend< sind«, alte Sagen und Geschichten auf, suchte liebevoll nach den Resten slawischer Kultur, porträtierte Städte und Dörfer, Bürger und Junker, Kutscher und Kossäten. Zwischen Kiefern und Kusseln, Sumpf und Sand entdeckte er die bescheidene, aber erlebenswerte Schönheit n-ärkischer Landschaft.
Band 2
Obwohl Fontane die märkische Landes- und Kulturgeschichte nach eigenem Geständnis »nicht wie
einer, der mit der Sichel zur Ernte
geht, sondern wie ein Spaziergänger, der einzelne Ähren aus dem reichen
Felde zieht«, durchforschte, schuf er mit seinen »Wanderungen« ein Standardwerk, wurde er zum Bahnbrecher des »märkischen
Tourismus«. Man würde allerdings die Bände über die vier historischen Landschaften (Grafschaft Ruppin, Havelland, Oderland, Spreeland) gründlich verkennen, wollte man sie als Reisehandbücher benutzen. Es ging Fontane vielmehr darum, »allem Systematischen ein Schnippchen schlagend ..., spielend und in novellistischer Form die Geschichte dieses Landes von Czernebog bis Bismarck ... zu erzählen«.
....ich habe [in den »Wanderungen.] überall liebevoll geschildert, aber nirgends glorifiziert, nicht einmal meinen Liebling Marwitz. Ich habe sagen wollen und habe wirk-
' lich gesagt: >Kinder, so schlimm, wie ihr es macht, ist es nicht <, und dazu war ich berechtigt; aber es ist Torheit, aus diesen Büchern herauslesen zu wollen: ich hätte eine Schwärmerei für Mark und Märker. So dumm war ich nicht.«
Fontane an seine Frau, 12. August1882
»Es ist mit der märkischen Natur wie mit manchen Frauen. >Auch die häßlichste< — sagt das Sprichwort —»hat immer noch sieben Schönheiten.
Fontane im Vorwort zur zweiten Auflage der »Grafschaft Ruppin«
Fontane, Theodor / Gotthard Erler (Hrsg.) im SCHUBER
gutes Exemplar, ordentlich
- Verlag:
- Aufbau-Verlag
- Das Buch wiegt über zwei Kilo und kann nur als Paket versendet werden (6.90¤ innerhalb Deutschland)
- Artikelnummer:
- B00063356
- Gewicht:
- 2900 gr