- Ausgabe: 17. Auflage
- Umfang/Format: 47 Seiten : Illustrationen ; 18 cm, 66 g
- Einbandart und Originalverkaufspreis: Broschur : EUR 3.00 (DE), EUR 3.00 (AT) 3-422-86200-5
- Sachgebiet: Architektur ; 700 Künste, Bildende Kunst allgemein ; 230 Theologie, Christentum
Der Dom zu Naumburg
von Matthias Ludwig
Der frühromanische Dom
Die Geschichte der Stadt Naumburg beginnt nicht mit dem Dom, sondern der Errichtung der sogenannten Nuwenburch durch die Familie der Ekkehardiner um das Jahr 1000. Das bedeutende thüringische Geschlecht stellte zur Zeit der ersten christlichen Jahrtausendwende die Markgrafen von Meißen, womit sie die mächtigste Familie an der östlichen Reichsgrenze war. Mit der Verlegung ihres Stammsitzes auf eine Anhöhe am östlichen Saaleufer - etwa an der Stelle des heutigen Oberlandesgerichts - dokumentierten sie ihren Anspruch auf die Herrschaft der damals noch ausschließlich slawisch besiedelten Gebiete zwischen Saale/Elbe und Oder/Neiße.
Markgraf Ekkehard I. konnte sich nach dem Tod Kaiser Ottos III. im Jahr 1002 sogar Hoffnungen auf die Erlangung der Krone machen, die jedoch durch seine Ermordung im gleichen Jahr zunichte gemacht wurden. Seine beiden Söhne Hermann und Ekkehard II. bemühten sich jedoch um einen weiteren Ausbau der neuen Gründung Naumburg.
Höhepunkt war die Verlegung des 60 Jahre zuvor im 30 Kilometer entfernten Zeitz gegründeten Bischofssitzes nach Naumburg im Jahr 1028. Mit umfangreichen Stiftungen aus eigenem Besitz legten die Markgrafenbrüder den Grundstein für die erste Naumburger Domkirche, die vor dem Jahr 1044 geweiht wurde.
Unsere Kenntnisse von dieser ersten frühromanischen Kathedrale beruhen vor allem auf Ausgrabungen, da oberirdische Reste kaum erhalten geblieben sind. Demnach war die Kirche des 11. Jahrhunderts nur etwas mehr als halb so groß wie der heutige Dom und maß nur etwa 50 x 26 Meter. Es handelte sich um eine kreuzförmige dreischiffige Basilika mit einem quadratischen Hauptchor im Osten. Der Chor schloss ebenso wie die beiden Querhausarme östlich mit einer halbrunden Apsis ab. Den westlichen Abschluss bildeten zwei Türme, zwischen denen sich eine gerade Westwand erstreckte, hinter der sich im Innern ein kleiner eingezogener Chor mit darunter liegender Krypta befand. Vor den Altären der Kirche ließen sich bald herausragende Stifterpersönlichkeiten des thüringisch-sächsischen Adels bestatten, zu
gutes Exemplar, ordentlich
- Verlag:
- Berlin ; München : Deutscher Kunstverlag GmbH
- Heft
- Artikelnummer:
- B00070173
- Gewicht:
- 400 gr