- Umfang/Format: 52 Seiten : mit Abb. ; 8
- Anmerkungen: Status nach VGG: vergriffen
- Einbandart und Originalverkaufspreis:
VORWORT
Das Heft verdankt seine Entstehung einem denkmalpflegerisch und museal gleich wichtigem Ereignis: der Wiederherstellung des Hauses Neißstraße 30 und seiner Verwendung als Museum. Dafür war es seit 1807 bestimmt; es ist nachdenkenswert, daß es erst heute möglich wurde, den Auftrag der Goethezeit zu erfüllen.
Diese Tatsache rechtfertigt die folgenden Zeilen. Daß sie, gemessen an der Größe der Tat, dennoch alle Mängel des Fragmentarischen tragen, muß von vornherein gesagt werden. Die knappe Zeitspanne, die ihr. des kurzfristigen Auftrages wegen zur Verfügung stand, ist schon ein Hindernis, ganze Arbeit zu tun. Der durch den Krieg verschuldete Mangel an den Grundlagen wissenschaftlicher Forschung, den schriftlichen Urkunden, wurde nun inmitten der Arbeit um so bitterer empfunden, als der Leitfaden fachlicher Arbeit für künftige Forschungen noch viel empfindlicher fehlen wird. Trotzdem — schon wegen des gänzlichen Mangels kunstwissenschaftlich disziplinierter Forsduing für Görlitz — schien es wichtig, den Wert des Baues und seine Bedeutung im Charakterbild der Stadt Görlitz anzudeuten, auf die Fragen, die mit der künstlerischen Entwicklung und der soziologischen Struktur der Stadt zusammenhängen, hinzuweisen und die Beziehung zwischen dem Kunstwerk und der allgemeinen Geisteshaltung im 19. Jahrhundert zu streifen. Auch das Geschehen um den Bau Neißstraße 30 ist ein Spiegelbild des allgemeinen Geschichtsablaufes. So sollen die Zeilen wenigstens eine Anregung zu Besserem sein, welches der geleisteten Arbeit wie auch der völlig unbeachteten Kunstgeschichte der Stadt gerecht wird.
Daß die Wiederherstellung des Hauses und seine moderne museale Verwendung vom Verfasser als unerreichbares Ziel seit 1936 resignierend vorschwebte, darf ausgesprochen werden; daß es zaghaft, schließlich mit Intensität seit 1947 verfochten wurde, kann nicht verschwiegen werden. Daß es aber in kürzester Frist erreicht wurde, war nur möglich durch die für Görlitz eutscheidende Zielstrebigkeit des Oberbürgermeisters und die beispielhafte Unterstützung des Landesamtes für Volkskunde und Denkmalpflege Dresden. Diese beiden Pole waren es, die auch die Gemeinschaft aller beteiligten Meister des Handwerks schuf, um ein Werk zu vollbringen, für welches Görlitz vielleicht schon heute, sicher morgen dankbar sein wird. Und wenn schon ein Vorwort Namen zu nennen verpflichtet ist, so müssen hier die des Denkmalpflegers Dr. Hans Nadler und des Oberbürgermeisters von Görlitz, Ehrlich, in herzlicher Verbundenheit des Dankes genannt
gutes Exemplar, altersgemäß gebräunt, Gesamtzustand gut
- Verlag:
- Görlitz : Rat d. Stadtkreises
- Heft
- Artikelnummer:
- B00058610
- Gewicht:
- 400 gr