- Ausgabe: 2. Auflage
- Umfang/Format: 399 Seiten ; 8
- Anmerkungen: Mit Genehmigg d. R. Brockhaus Verlag, Wuppertal. Nur zum Vertrieb in d. DDR bestimmt Status nach VGG: vergriffen
- Einbandart und Originalverkaufspreis: : 8.80
Ein geradezu unwahrscheinlicher Abenteuerroman — so mutet die Lebensgeschichte John Newtons an. Dieser Mann war eine bedeutsame Gestalt der englischen Kirchengeschichte des 18.Jahrhunderts. Der Autorin ist es gelungen, sein Schicksal lebendig zu gestalten. Auf historische Fakten gestützt, erzählt sie das abenteuerliche und ungewöhnliche Leben dieses Mannes, der Matrose, Kapitän, Sklavenhändler, Zollinspektor, Laienprediger und schließlich Pfarrer der anglikanischen Kirche gewesen ist. Es entsteht hier neben der Lebensbeschreibung John Newtons ein eindrucksvolles Zeitgemälde, das einen Einblick in die kirchlichen und gesellschaftlichen Zustände in England des z 8.Jahrhunderts gibt. Ein grelles Licht fällt auf die Praktiken, die gegenüber farbigen Völkern angewandt wurden. Das Leiden unzähliger Negersklaven, die Grausamkeit, mit der diese Menschen von ihren weißen Unterdrückern behandelt wurden, werden erschütternd deutlich. John Newton hat in den ersten Jahrzehnten seines Lebens, als Kapitän auf Sklavenschiffen, einen Eindruck von den Verbrechen erhalten, die an den Negern begangen wurden. Als alter Mann, an der Seite des jungen William Wilberforce, klagt er die Gesellschaft an, die solches Unrecht zugelassen hat. „Ich hoffe, es wird für mich immer ein Anlaß zu demütigenden Überlegungen sein, daß ich einstmals als aktives Werkzeug in einem
Handel mitgewirkt habe, an den ich jetzt mit Schaudern denke . . . Eine Blutschuld liegt auf uns, und dieses Blut schreit wider uns: ein Schrei, der sich durch immer neue Opfer verstärkt . . Es war nicht mein Ziel, beleidigend gegen irgendeinen einzelnen zu reden; dennoch durfte ich mich in diesem Fall nicht davor fürchten, die Wahrheit auszusprechen und dadurch viele zu beleidigen, die aus materiellen Gründen für die Beibehaltung eines Handels eintreten, der so frevelhaft, so grausam, so unmenschlich, so zerstörerisch ist wie der Sklavenhandel." Diese Worte, mit denen Newton vor dem englischen Unterhaus sein Zeugnis für die Abschaffung des Sklavenhandels ablegt, zeigen die Wandlung, die in dem einstigen Sklavenhändler vorgegangen ist.
In aller Zerrissenheit seines Wesens, der „verwirrenden, oft ärgerlichen, aber herzerwärmenden Vertracktheit" seines Charakters, bleibt Newton ein Mensch von tiefer Frömmigkeit. Sein fröhlicher getroster Glaube, die unkonventionelle Aufgeschlossenheit, mit der er den
Menschen begegnet, machen ihn sympathisch und liebenswert.
John Newton (1725-1807) war bis 1755 Sklavenhändler, als er sich bekehrte und Zollinspektor in Liverpool wurde, 1762 bis 1779 Pfarrer in Olney, wo er mit W.Cowper die berühmten „Olney Firm" herausgab, ab 1779 Pfarrer in London.
Irwin, Grace (Verfasser), Gauhe, Eberhard (Mitwirkender)
gutes Exemplar, altersgemäß gebräunt, Gesamtzustand gut
- Verlag:
- Berlin : Evangelische Verl. Anst.
- gebundene Ausgabe,
- Artikelnummer:
- B00066728
- Gewicht:
- 400 gr
- Lagerplatz:
- A83