Antiquariat Artemis
Favoriten

Mass für Mass, Ende gut alles gut, übersetzt von A.W. v. Schlegel, L. Tieck, E. Wagner, Fr. Bodenstedt und K. Simrock, nach den Originaltexten neu Revidiert Herausgegeben von Chr. Christiansen, mit Einleitungen von Dr. Hermann Tiemann

Gewicht: 0.4 kg

Sofort lieferbar

8,70 €
inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

EINLEITUNG.
Seit „Julius Cäsar" bevorzugt Shakespeare für seine Dramen die Form der großen Tragödie, eben die Form, die dem Ernst seiner Lebensanschauung in dieser Schaffensperiode entspricht. Nur zwei „Komödien" begegnen hier: Maß für Maß und Ende gut, alles gut. In der Folio von 162.3, in der beide zum ersten-
, mal gedruckt erscheinen, stehen sie in der Reihe der Comedies, und der Terminologie der Zeit nach mit Recht, da sie beide einen glückhaften Ausgang aufweisen. Im Grunde genommen sind sie jedoch weniger Komödien als Schauspiele mit durchaus ernstem Hauptthema, dem komödienhafte Ingredienzien und versöhnlicher Schluß aufgepfropft sind. Vergleicht man die im ganzen tragische Haltung dieser Stücke mit der seiner eigentlichen Lustspiele, so wird der Abstand zwischen ihnen ganz klar: unendlich fern liegen dem Dichter jetzt sowohl die phantastische Romantik eines „Sommernachtstraums" wie die heitere Harmonie von „Was ihr wollt". Komische Einschläge können über die pessimistische Grundstimmung nicht täuschen; aus ihnen klingt höchstens ein verzweifeltes Lachen über die Fehler und Schwächen von Mensch und Welt, die nach Art Hamlets und Lears erkannt werden. Warum der Dichter in dieser düstern Gemütsverfassung sich der Gattung des Lustspiels zuwandte, wird verständlich aus seiner Eigenschaft als Theaterdirektor: sein Publikum wird nach der Reihe seiner großen Tragödien die Entspannung durch das Lustspiel gefordert haben, der Shakespeare eben mit diesen beiden Stücken zu genügen suchte.
Der Inhalt beider Stücke zeigt verwandte Züge. Eine edle, reine Heldin wird einer harten Prüfung unterzogen, und zwar in einer Handlung, die mehr als einmal auf beinahe unmöglichen Voraussetzungen beruht. Doch sind diese Voraussetzungen hinzunehmen, wie Shakespeare sie hingenommen hat, der darin ganz Kind seiner Zeit ist, nämlich als Hebel einer spannenden Handlung, die ein zugkräftiges Theaterstück verspricht. Wenn Shakespeare über solche selbstverständliche Forderung seiner Zeit hinausgegangen ist, so eben dadurch...
 

Shakespeares sämtliche Werke

gutes Exemplar, ordentlich,

Verlag:
Gutenberg Verlag Hamburg
gebundene Ausgabe,
Artikelnummer:
B00065045
Gewicht:
400 gr
Lagerplatz:
BS_Bibliothek