- Ausgabe: 2. Auflage
- Umfang/Format: 76 Seiten : Illustrationen
- Anmerkungen: Status nach VGG: Pr?fung ausstehend
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Vorwort
Die Sage ist eine „kurze, meist mündlich verbreitete Erzählung wunderbar-phantastisch ausgeschmückter, vergangenheitsgeschichtlicher, aber auch der Natur entnommener Geschehnisse. Von anonymen Verfassern geschaffen, gehört sie zum frühen Bestand der Volksdichturrg, sie knüpft meist an einzelne Tatsachen an und bemüht sich, im Gegensatz zum Märchen, um personal-und lokalhistorische Gebundenheit») Sie vermag oft mehr über Atmosphäre und Situation historischer Geschehnisse auszusagen, als es der an exakte Fakten gebundenen Geschichtsschreibung möglich ist, weil sie als literarisches Genre auch den emotionalen Bereich in ihre Darstellung einbezieht. Nicht selten gelangt die Sage auch zur Behandlung sozialer Probleme.
Unsere thüringische Heimat, und besonders die Landschaft um die Wartburg, ist überaus reich an solchen Werken der Volkspoesie, und so ist es nur natürlich, daß um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, angeregt durch die Gebrüder Grimm, die mit ihren „Deutschen Sagen" den Anfang machten, auch in Thüringen von Volkskundlern begonnen wurde, das im Gedächtnis des Volkes bewahrte Sagengut zu sammeln und zu erschließen.
Einer der ersten und bedeutendsten unter ihnen war Ludwig Bechstein. Im Jahre 1801 in Weimar geboren,) wurde der früh Verwaiste von einem Onkel in Dreißigacker bei Meiningen an Kindesstatt angenommen und besuchte bis zu seinem 18. Lebensjahr das Meininger Lyceum. Nach einer Ausbildung als Apothekergehilfe und mehrjähriger praktischer Tätigkeit begann er zu schreiben: Gedichte, Erzählungen und Märchen. Seine erste geschlossene Veröffentlichung war ein Bändchen „Thüringische Volksmärchen", noch ganz im Stil von Musäus geschrieben, dos er 1823 herausgab. Herzog Bernhard von Sachsen-Meiningen ermöglichte ihm ein dreijähriges Studium in München und Leipzig, und 1831 wird Bechstein Bibliothekar in Meiningen, später noch Direktor des Hennebergischen Gesamt-Archivs. Diese Tätigkeiten begünstigten seine Vorliebe für das Sammeln alten Volksgutes, besonders der Thüringer Sagen. Mit bemerkenswertem Engagement und liebevoller Hinwendung durchstreift er das Land, spricht „mit Schäfern und Hirten, Jägern und Bergleuten, Köhlern und Holzhauern') und läßt sich erzählen, was ihnen von ihren Vorfahren überliefert worden war. Darüber hinaus durchforscht er Chroniken und anderes ihm im Archiv zuaänaliches Material.
gutes Exemplar, ordentlich,
- Verlag:
- Eisenach : Kreiskommission zur Erforschung der Geschichte der Örtlichen Arbeiterbewegung bei der Kreisleitung der SED [u.a.]
- Artikelnummer:
- B00068306
- Gewicht:
- 400 gr