- Ausgabe: 1. Auflage
- Umfang/Format: 109 Seiten ; 18 cm
- Erscheinungsjahr: 1981
- Gesamttitel: bb ; 461
- Einbandart und Originalverkaufspreis: kartoniert : M 1.85
- Sachgebiet: Schöne Literatur
Die Fabel hat keinen Erfinder. Ihr Schöpfer ist das Volk; sie ist uralt und in allen Kulturen heimisch. Ein Born der Lebensweisheit, sprudelt sie über von den'Erfahrungen der einfachen Leute, die sie mit Natur und Gesellschaft machen mußten. Die Fabel sagt deshalb Wahrheiten, die nicht immer bequem sind. Das „fabula docet", „die Fabel lehrt", ist geradezu sprichwörtlich geworden, ebenso wie viele Grundsituationen der Fabel: Man spricht vom Löwenanteil, vom aufgeblasenen Frosch, den sauren Trauben des Fuchses und von fremden Federn, mit denen sich einer schmückt. Selten sind die Akteure der Fabel ausschließlich Menschen oder Götter. Ihre eigentliche Sphäre ist die Tier-und Pflanzenwelt. Der listige Fuchs, das geduldige Schaf, der gierige Wolf und der störrische Esel, Eichbaum, Schilfrohr und Dornstrauch erhalten Stimme und Verstand, um mit ihren Schicksalen zu unterhalten und zu belehren. Beides will die Fabel, beides wollten auch ihre
• Dichter. Denn die Fabel wurde letztlich zu einer eigenen Literaturgattung. Asop ist ihr größter Meister — ein buckliger, häßlicher Sklave aus Phrygien, Inbegriff des Weisen aus dem Volke, dessen legendenumwobenes Leben sich selbst wie eine Fabel ausnimmt:Seine literarischen Nachfolger, vor allen der kecke Römer Phädrus, aber auch Babrios, Avian, Romulus und Ignatios, greifen die gleichen Motive auf, um sie ihren Mitbürgern neu zu erzählen. Als „äsopisch" geht die Fabel in die Weltliteratur ein, selbst ein La Fontaine, Lessing und Krylow fühlen sich dem Griechen verpflichtet. Zu allen Zeiten von den Herrschenden beargwöhnt, steht die Fabel immer hoch in der Gunst
Günther, Antonie (Herausgeber)
gutes Exemplar, ordentlich,
- Verlag:
- Berlin ; Weimar : Aufbau-Verlag
- broschiert,
- Artikelnummer:
- B00064817
- Gewicht:
- 400 gr