- Ausgabe: 1. Auflage
- Umfang/Format: 375 Seiten ; 21 cm
- Anmerkungen: Status nach VGG: vergriffen
- Einbandart und Originalverkaufspreis: : M 10.80
- Sachgebiet: Sprach- und Literaturwissenschaft
„Kunst erhebt nicht nur den Anspruch auf Ewigkeit. Sie hat, wenn sie wirklich Kunst ist, Ewigkeitswert. Das kommt, glaube ich, daher, weil eine echte Befragung der Wirklichkeit zwar immer in der Zeit geschieht, in der jeweiligen Antwort der Kunst jedoch Sinn und Bestimmung der ganzen Menschheit seit ihren Anfängen weiterschwingen. Wir sind Ururenkel und Ururahnen - zugleich.” — Diese Sätze stehen in Georg Maurers „Kleinem ästhetischem Bekenntnis" (1962); in seiner Dichtung finden wir diese Haltung zur Geschichte und Gegenwart, zu Eigenschöpferischem und Tradition im weitesten Sinne wieder. Gleich Maurer suchen auch andere Lyriker das Zwiegespräch mit der Vergangenheit, mit Dichtern und Dichtungen und durch sie mit der Gegenwart und Zukunft, identifizieren sich mit Auffassungen vom Leben und von der Gesellschaft, stoßen sich von anderen ab, finden zu sich selbst und werden bereits wieder aufgenommen von denen, die nach ihnen kommen. Dieser dialektische Prozeß vollzieht sich stets aufs neue dort, wo Kunst entsteht — ob dies dem Künstler bewußt ist oder nicht. Immer jedoch ist sein Wirken eng verbunden mit der Welt, in der er lebt, unterliegt sein Traditionsverhalten gesellschaftlichen Bindungen.
Die Autoren dieses Bandes — Literaturwissenschaftler und Lyriker untersuchen, wie Inhalte und Formen der Erbeaneignung sich in der Lyrik der DDR ausprägen. Welchen Traditionen fühlen sich heutige Lyriker verpflichtet? Wie setzen sie sich zu Dichtern und Dichtungen, zu Haltungen und Auffassungen der Vergangenheit und Gegenwart in Beziehung? Welche Motive, lyrischen Bilder und Gestaltungsmuster werden aufgegriffen? Inwieweit ist der Traditionsbezug Medium, ihre Weltsicht, ihre eigenen programmatischen Ansprüche zu formulieren?
Analysiert werden Gedichte und Texte von Erich Arendt, Georg Maurer, Johannes Bobrowski, Jürgen Rennert, Rainer Kirsch, Günter Kunert, Karl Mickel und anderen. Überlegungen zur Rolle des Dichterporträts in der Lyrik der DDR und zum Traditionsverhalten der jüngsten Lyrikergeneration sowie zur Entwicklung des Lyrikbegriffs vervollständigen das Diskussionsangebot zu einer Thematik, die in unserer Literaturgesellschaft mehr und mehr in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt ist.
Pergande-Kaufmann, Ingrid (Herausgeber)
gutes Exemplar, altersgemäß gebräunt, Gesamtzustand gut
- Verlag:
- Berlin ; Weimar : Aufbau-Verlag
- gebundene Ausgabe,
- Artikelnummer:
- B00070653
- Gewicht:
- 400 gr