- Umfang/Format: 422 Seiten : 4 Bl. Abb. ; 8
- Anmerkungen: Lyrik, kleine Prosa, Tageb?cher, Briefe - Mit Genehmigg d. Verlag Phaidon-Press, London u. Phaidon-Verlag, K?ln. Ausg. f. d. DDR. - Der Vertrieb in d. Bundesrepublik Deutschland, in Westberlin u. im Ausland ist nicht gestattet.
- Einbandart und Originalverkaufspreis: : 8.40
. . . Seine Begabung war unruhig und zuckend; in Beweglichkeit und Massenkunst ohne Grenze. Es floß immer in einem schmalen Bändchen alles durcheinander: Heine, Rimbaud, Exoten, Rudolf Baumbach, Wedekind, Eichendorffs Mondscheinlyrik und Dialektwitz; Pathos, Melancholie und Biertischzote. Aus dem Einfall wurde blitzschnell Rhythmus, Wort, Refrain. Und über allem schwebte die einschmeichelnde Libertinage des Namens Klabund. Er hatte keine Zeit und wußte es. Vieles von dem eilig Hingedichteten wird verwehen, trotzdem mehr übrigbleiben als von den meisten bändereichen Lyrikern seit Heinrich Heine: Von seinen siebenunddreißig Jahren waren zwanzig eine rohe, handgreifliche Auseinandersetzung mit dem Tode. Ewige Flucht ins Sanatorium, Flucht vor dem kühlen
Luftzug, Erbeben vor einem kleinen Kratzen im Halse, das den nächsten Anfall anzeigt. Das ist ein unmißverständliches Schicksal. Die Herren Poeten pflegen sonst immer sehr allgemein „am Leben" zu leiden. Die Herren Lyriker namentlich pflegen von früher Jugend an mit dem Tod auf gutem Versfuß zu stehen, seinen Namen unnütz zu führen, um doch bald solide zu heiraten und kleine Kinder und dicke Romane zu zeugen. Im Fall Klabund war das Leiden grausam deutlich lokalisiert ... Klabund (Alfred Henschke aus Crossen, 1891 bis 1928) wird in die Literaturgeschichte und Nachschlagewerke eingehen. Möge er Federn finden, die so anmutig die Erinnerung an sein kurzes, krankes, melodienreiches Leben wahren.
Carl v. Ossietzky
Klabund (Verfasser), Schuhmann, Klaus (Mitwirkender)
gutes Exemplar, ordentlich,
- Verlag:
- Berlin : Rütten & Loening
- gebundene Ausgabe,
- Artikelnummer:
- B00062407
- Gewicht:
- 400 gr