- Ausgabe: 2. Auflage
- Umfang/Format: 356 Seiten : Illustrationen (farbige) ; 21 cm
- Anmerkungen: Text mittelhochdt. u. neuhochdt.
- Einbandart und Originalverkaufspreis: : M 18.00
- Sachgebiet: Belletristik ; 08a Schöne Literatur ; 07a Sprach- und Literaturwissenschaft
Walther von der Vogelweide
ist Autor, Komponist, Regisseur und Hauptdarsteller seines poetischen Einmann-Theaters. Zu Mit- und Gegenspielern oder auch nur zu Komparsen seiner lyrischen Monodramen macht er Könige, Kaiser und Päpste, Fürsten und Herren, vielerlei Damen, Gott und Frau Welt. Und indem er sie in seine Kunstwelt hereinnimmt, erhebt er sich selber zum Mitspieler in den großen Dramen der Zeit.
In immer neuen Rollen stellt er sich seinem Publikum : als Seher, Prophet, Ratgeber aller Welt, und Ratloser; Gerichtsbote Gottes, und unbotmäßig; königlich und schnorrend; rühmend und scheltend. Er ist Rebell und Fürstendiener, Weltverbesserer und bezahlter Demagoge. Wie ein Wanderhandwerker kommt er daher, stolz auf Kunstfertigkeit. Wie ein fahrender Händler bietet er seine Waren aus: Neuigkeit, Bildung, Spaß, Minnekult, Politik, Lebensweisheit. Und er feilscht um den Preis: Gebt Ihr gutes Geld, dann sag ich Euch vielleicht, was
Euch gefällt. Dann wieder betont er die Göttlichkeit seiner Kunst. Seine Ketzereien über den Papst und die Kurie bringt er wie ein Sektenprediger unter die Leute. Er hat von der Kühnheit, und Feilheit, fahrender Soldritter. Er pocht auf den Adel seines Geistes, auf den Reichtum seiner Kunst, und seine Armut. Niederer Stellung, gibt er sich herrisch, und fühlt sich den Höchsten ebenbürtig.
In keiner Hinsicht selbstlos, fällt er immer wieder aus der Rolle in sein unmittelbares Ich, seine größte Rolle.
Hubert Witt
Walther, von der Vogelweide (Verfasser)
gutes Exemplar, ordentlich
- Verlag:
- Berlin : Rütten und Loening
- gebundene Ausgabe,
- Artikelnummer:
- B00061419
- Gewicht:
- 400 gr