- Ausgabe: 1. Auflage
- Umfang/Format: 81 Seiten ; 20 cm
- Erscheinungsjahr: 1988
Karl Krolows Gedichte sind, von Mal zu Mal, die Fortsetzung eines Selbstgesprächs; sie sind, besser noch, die hochgenauen Aufzeichnungen von Vorkommnissen, von Wahrnehmungen an sich selbst und an der ihn umgebenden Welt. Als habe einer die Verpflichtung auf sich genommen, nicht nur beispielhaft aus der Fülle zu schöpfen, nein, geradezu forschungsmäßig zu notieren, was sich an Regung, Spannung, Schwächung, Stillstand, Impuls, an Empfindungen aller Arten und Intensitäten ereignet. Also auch jene Skala von Tönen, zum Beispiel, an deren unmerklichem Beginn sich das »träume, träume« der Nachttauben, an dessen Ausgang sich der elektrische Wecker vernehmen läßt. Oder wo ein Staubfilm über den Sachen zu notieren ist; den Park im Kopf, dort, wo die Hypophyse ein halbes Gramm wiegt; oder: das Ächzen von Organismen ne ben dir, die fruchtbar sind und sterben; oder das Konstatieren: Schön die Bewegungen eines Mundes beim Sprechen (Kommunikation — indessen — bleibt ein einsames Wort).
Karl Krolow stellt die uralte Frage: Wie nennt man etwas, das noch keiner kennt, bei seinem Namen. Diesen Namen zu finden ist ebenso Sache des Gedichts, wie die Unterscheidung vorzunehmen von: Kehrwieder oder Kehraus. Also jener Au genblick, von dem sich sagen läßt: als es soweit war.
Nicht nur die Gedichte eines Bandes sind ein Kontinuum, Karl Krolows Werk — immer deutlicher zeigt es die Kontur — ist ein zusammenhängendes, sich fortschreibendes, minuziöses poetisches Ganzes: die Summe der Augenblicke des Lebens.
Die Gedichte entstanden in den Jahren 1984 bis 1988.
gepflegtes Exemplar, nur kleine Lesespuren
- Verlag:
- Frankfurt am Main : Suhrkamp
- Artikelnummer:
- B00039756
- Gewicht:
- 400 gr