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Zeitgenössische Architektur in Deutschland 1970 - 1995 : 50 Bauwerke / hrsg. von Inter Nationes Bonn in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Architektur-Museum Frankfurt. Gerd de Bruyn. Mit einem Vorw. von Wilfried Wang und einem Essay von Gerd

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  • Umfang/Format: 136 Seiten : zahlreiche Illustrationen, graph. Darst. ; 22 cm
  • Anmerkungen: Literaturangaben
  • Einbandart und Originalverkaufspreis:
  • Sachgebiet: Architektur

Vorwort    7
•    Entgegen der Erwartung vieler Besucher, die nach Deutschland kommen, beweist die architektonische Kultur dieses Landes eine Vielfalt, die einiges Erstaunen hervorruft. Sicherlich gibt es hier wie anderenorts die weitverbreiteten, charakterlosen Bauten geschäftstüchtiger „Architekturfabriken", die zumeist von ebenso weitverbreiteten und nicht minder geschäftstüchtigen Großunternehmen in Auftrag gegeben wurden. Doch findet sich daneben ein erstaunlicher architektonischer Gestaltungsreichtum, der zu einem guten Teil auf die kleinteilige, föderative Struktur Deutschlands zurückzuführen ist. So begünstigen beispielsweise die Architektenkammern der einzelnen Bundesländer die Weiterentwicklung rudimentär existierender lokaler Bautraditionen. Beeindruckender noch erscheint freilich der Beitrag ausländischer Architekten. Nicht zuletzt ihnen ist es zu verdanken, daß man von einer neuen Baukultur in Deutschland sprechen darf.
Über die nach wie vor große Anzahl offener Wettbewerbe erhielten international renommierte Architekten wie Alvar Aalto (in den fünfziger Jahren) und Richard Meier (in den achtziger Jahren) Aufträge für Kulturzentren und Museen. Ohne Frage hat das Beispiel ihrer Entwürfe einen starken Einfluß auf die deutschen Kollegen ausgeübt und darüber hinaus auch den internationalen Architekturdiskurs mitgeprägt. Wohl in keinem anderen Land gibt es eine derartige Dichte von Bauwerken, die von europäischen und nordamerikanischen Architekten stammen. Und es sieht ganz so aus, als würde in Deutschland die Praxis, ambitionierte ausländische Büros mit repräsentativen Bauvorhaben zu beauftragen, trotz der allmählich nachlassenden Konjunktur der Baubranche beibehalten. Was aber sind die Gründe hierfür?
Bei näherer Betrachtung der westdeutschen Bauentwicklung zeigt sich, daß die Wiederaufbauphase in diesem Land durch die Realisierung ehrgeiziger Kulturbauten ihr Ende fand. Nachdem mit der Errichtung von Wohnungen und Gemeinschaftsbauten (Schulen, Kindergärten, Hospitäler und Bürgerhäuser etc.) die Elementarbedürfnisse der Nachkriegsgesellschaft befriedigt worden waren, durfte man sich nunmehr luxuriösen Bauaufgaben wie der Realisierung von Museen, Theatern und Konzerthallen widmen. Nach einer ersten Welle von Aufträgen dieser Art in den späten sechziger und frühen siebziger Jahren, die nur erst wenige ausländische Entwurfsbüros erreichte, konnten im Sog der Diskussion um die sogenannte Postmoderne neue und intensivere Verbindungen zur internationalen Architektenschaft geknüpft werden. Erleichtert wurden diese sicher auch durch die Verkürzung von Reisezeiten. Bedeutete noch für Alvar Aalto die Überbrückung der Entfernung Helsinki—Wolfsburg eine lange Tagesreise, die ungern in Kauf genommen wurde, gehören heutzutage lange Distanzen zwischen Büro und Baustelle längst zur Normalität des Architekten-Alltags.
Entsprechend darf es uns nicht wundern, daß beispielsweise die in London wirkende Zaha Hadid, der Portugiese Alvaro Siza und Frank Gehry, der sein Büro in Kalifornien führt, spektakuläre Bauwerke für die kleine Stadt Weil am Rhein entworfen haben. Oder daß Architekten wie Giorgio Grassi, Renzo Piano, Daniel Libeskind und Jean Nouvel in Berlin tätig sind. In Frankfurt am Main finden sich
 

Zimmermann, Gerd (Mitwirkender), Bruyn, Gerd de (Mitwirkender)

gutes Exemplar, ordentlich

Artikelnummer: L00054182
Verlag:
Bonn : Inter Nationes
gebundene Ausgabe,
Artikelnummer:
L00054182
Gewicht:
400 gr