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Werke der Brücke-Künstler : Bestandskatalog ; Erich Heckel... / Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Staatsgalerie Moderner Kunst, München. Bearb. von Titia Hoffmeister. Hrsg. von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen

Gewicht: 1.9 kg

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  • Umfang/Format: 412 Seiten : zahlreiche Illustrationen ; 25 cm
  • Anmerkungen: Literaturangaben
  • Sachgebiet: Bildende Kunst

VORWORT
Die Künstlergemeinschaft Brücke, am 7. Juni 1905 in Dresden gegründet, verbindet sich in ihrer Rezeptionsgeschichte eng mit dem deutschen Expressionismus; ihre Vertreter werden gewissermaßen zu Prototypen expressionistischer Weltsicht, die Begriffe Brücke und Expressionismus sind fast synonym. Hierin zeigt sich nicht nur die Differenz zwischen subjektiver Einschätzung der Künstler - die dem Topos Expressionismus eher kritisch gegenüberstanden - und einer objektivierenden Kunstgeschichte, sondern auch die Problematik kunsthistorischer Begriffsbildungen. Je nach dem Blickpunkt des Interpreten wird Expressionismus zu einer historisch begrenzten, allgemein europäischen oder jedoch lediglich deutschen Entwicklung, er wird zu einer Geisteshaltung mit eigener Formensprache oder auch zu einem immer wiederkehrenden Grundgefühl. Die Schwierigkeit einer Eingrenzung des Expressionismus erhellt jedoch auch eine Besonderheit, die dem Begriff immanent ist: Subjektivismus ist Grundbedingung einer aus dem »Ausdruck« entstandenen Kunst, die sich auf keinen einheitlichen Nenner bringen lassen kann, weil uneingeschränkter Individualismus Programm wird. Allgemeinverbindliche Charakteristika bleiben Fiktion und bezeichnenderweise ist es gerade die Brücke, die einer Systematisierung entgegensteht. Gegründet aus einer eigenwilligen Allianz von Pragmatismus und Idealismus, gewannen relativ früh individuelle Zielsetzungen die Oberhand. So war der Zusammenschluß in der Gruppe ebenso Forum zur Selbstfindung und Ausbildung der eigenen künstlerischen Stellung wie auch Mittel zur leichteren Durchsetzung und damitVermarktung ihrer Kunst. Die Gemeinschaft erwies sich jedoch als fragwürdig, sobald es galt, sich einer verbindlichen Doktrin zu unterwerfen. Unter dieser Voraussetzung favorisierte Kirchners 1913 verfaßte Brücke-Chronik folgerichtig die eigene Position und war zudem nur noch Anlaß für die Auflösung einer Gruppe, die an dem Versuch, sich einem gemeinsamen Konzept zu unterwerfen, scheitern mußte. Und viele der langfristig entscheidenden künstlerischen Impulse, die von der Brücke ausgingen, setzten mit dem Ende der Gruppe ein, als sich der Stil der zu diesem Zeitpunkt noch recht jungen Künstler in seinen jeweiligen Besonderheiten erst ausbildete.
Wenn die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen die Reihe der wissenschaftlichen Bestandskataloge zur Kunst des 20. Jahrhunderts dennoch mit der Brücke beginnen, so trägt dies einer spezifischen Sammlungskonstellation Rechnung. Der Bestand an Werken, die dieser Künstlergruppe angehörten, bildet quantitativ und qualitativ einen der Schwerpunkte einer Sammlung, in deren Zentrum der Expressionismus im weitesten Sinne steht.
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Hoffmeister, Titia (Mitwirkender), Heckel, Erich (Illustrator)

gutes Exemplar, ordentlich

Artikelnummer: B00069842
Verlag:
München : Bayerische Staatsgemäldesammlungen
Artikelnummer:
B00069842
Gewicht:
1900 gr