- Umfang/Format: 171 Seiten : 100 Illustrationen (z.T. farbige) ; 30 cm
- Anmerkungen: Literaturangaben Status nach VGG: vergriffen
- Einbandart und Originalverkaufspreis: kartoniert (Pr. nicht mitget.) 3-923701-07-1 kartoniert (Pr. nicht mitget.)
- Sachgebiet: Bildende Kunst
Vorwort
Die Kunsthalle verdankt ihre Existenz dem 1843 von Kieler Bürgern und Universitätsangehörigen gegründeten Schleswig-Holsteinischen Kunstverein, der schon im ersten Jahr seines Bestehens tatkräftig begann, Kunst zu sammeln und auszustellen. 1855 beschloß der Verein, die so entstandene Gemäldegalerie unter den Schutz der Christian-Albrechts-Universität zu stellen. Seitdem besteht die enge Verbindung zwischen Universität und Kunstverein, die sich bis 1970 darin ausgedrückt hat, daß der Ordinarius für Kunstgeschichte zugleich Direktor der Gemäldegalerie und Graphischen Sammlung in der Kunsthalle und nicht wählbares Mitglied des Kunstvereins-Vorstandes war. Erst seit 1971 ist die Kunsthalle selbständiges Institut der Universität, deren Direktor kraft Amtes geschäftsführender (2.) Vorsitzender des Kunstvereins.
Die erste Kunsthalle wurde vom Kunstverein 1857 errichtet. Sie mußte 1887 abgebrochen werden, weil der Schloßbezirk, in dem das Ausstellungsgebäude stand, von Kaiser Wilhelm I. als Residenz für seinen Enkel, den Prinzen Heinrich, bestimmt wurde. Durch Stiftungen und durch die Energie von Mitgliedern des Kunstvereins konnte 1909 die neue Kunsthalle am Düsternbrooker Weg eröffnet werden. Nach Beseitigung der Kriegsschäden beherbergt die Kunsthalle seit 1958 wieder die Sammlungen, die seit 1945 vom Land Schleswig-Holstein über den Träger Universität betreut und unterhalten werden.
Die in dem vorliegenden Katalog unter der Benennung ...norddeutsch" vereinigten Werke enthalten den Kernbestand unserer Sammlung realistischer, der Stilkunst uni 1900 angehörenden und der expressionistischen Gemälde, ergänzt durch einige wenige, allerdings großformatige und bildmäßige Aquarelle und Zeichnungen. Es ist ein ungemein homogener Bestand, der heute kaum
mit normalen Mitteln in der Qualität ergänzt werden kann, hundert Bilder, die bis auf bedeutsame Ausnahmen durch Herkunft oder Aufenthalte der Künstler oder durch ihren thematischen Bezug norddeutsch geprägt sind. Damit wird auch ein bestimmter Zeitabschnitt der Geschichte unserer Kunstsammlungen dargelegt. Von Anfang an war es nämlich das Anliegen, norddeutsche, ja schleswig-holsteinische Kunst in den größeren Rahmen der deutschen Kunstentwicklung zu stellen und durch Werke internationaler, vornehmlich skandinavischer Malerei zu ergänzen. Fehlt hier auch notwendiger Weise diese letztere Seite der Erwerbungsrichtung, so sind Gemälde von Beckmann, Liebermann, Thoma oder Trübner zu recht hier mit einbezogen. Denn keiner, der für die Ankäufe von Kunstverein und Kunsthalle in den letzten 140 Jahren verantwortlich gewesen ist, hatte je im Sinn, sich von den Grenzen regionaler Selbstüberschätzung einengen zu lassen; im Gegenteil: jeder hat versucht, Bedeutung und Kraft des Eigenständigen, Provinziellen dadurch sichtbar zu machen, daß er Gegenüberstellungen herbeiführte, zum Vergleich zwischen „Einheimischen" und Andersorientierten herausforderte, also Spannungen erzeugte, Auseinandersetzungen provozierte, an der der Betrachter teilhat, indem er auf das Vergleichen von Qualitäten hingewiesen ist, also auf die Grundmethode der Kunstwissenschaft. Diesem Konzept folgt bis heute die Erwerbunspolitik auf allen Sammlungsgebieten der Kunsthalle. Ziel muß es sein, einen Bestand zusammenzubringen, der sich durch seinen besonderen Charakter im Konkurrenzfeld der öffentlichen Sammlungen zu behaupten vermag.
Jensen, Jens Christian (Herausgeber)Schlick, Johann (Mitwirkender)
gutes Exemplar, ordentlich
- Verlag:
- Kiel : Kunsthalle
- broschiert,
- Artikelnummer:
- B00069761
- Gewicht:
- 400 gr