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Uwe Appold 29. September -17. Oktober 1986 Arbeitsstipendien bei Autokraft Kiel Wellsee

Gewicht: 0.4 kg

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Uwe Appold hat vor 25 Jahren eine Bildhauerlehre absolviert, seine Phantasie und seine Hände formen seitdem Skulpturen, und dennoch ist er kein Bildhauer in des Wortes eigentlicher Bedeutung. Er schafft keine Bilder, schon gar nicht ästhetisch reizvolle. Uwe Appolds Arbeitsmaterial ist Metall. Er modelliert keine Formen, läßt Metall nicht gießen, er schweißt, vor allem Eisen und Stahl. Sein Material findet er in Abfallhalden der Metallindustrie, auf Schrottplätzen, auf Friedhöfen technischer Veraltungen, in Maschinenparks. Rost, dieses Zeichen technischer Nutzlosigkeit, ist oft die Haut seiner Arbeiten, die Farbe seiner Oberflächen. Indem er torsohafte Figuren in — dem Fortschritt zum Opfer gefallene — landwirtschaftliche Geräte montiert hat, die dadurch den Charakter von unentrinnbaren Kampfmaschinen erhielten, schuf er Symbole unausweichlicher kriegerischer Vernichtung, die der Mensch zwar in Gang setzen, aber letztlich nicht mehr aufhalten kann. Seine Paraphrasen kriegerisch-aggressiver Maschinen ironisiert er durch Don Quichotte-hafte Figuren; auf diese Weise entlarvt er die Krieger seiner Kampfmaschinen als armselige wehrlose Marionetten, als oft unschuldige Opfer höherer Mächte und Vollzieher fremden Willens. In ihrer Einsamkeit, ihrer Verletzlichkeit und ihrer Gefährdung stellt Uwe Appold ewige Menschenschicksale dar und wird so zum Gestalter einer zeitlosen Thematik. Uwe Appolds Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit, mit dem Dritten Reich, wie sie in seinem Zyklus »Deutsche Wohnungen« Ausdruck gefunden hat, zeigt in geradezu bedrückender Weise die immer wieder aktuelle Bedrohlichkeit des Provisorisch-Trivialen.
In seinen jüngeren Arbeiten sind die figurartigen Elemente zurückgedrängt. Ein geborstener, von Lanzen vielfach durchbohrter Schild zeigt Uwe Appolds künstlerische Absicht: Mit noch weniger Mitteln, mit sparsamerer Geste als früher macht er die Gefährdung der Welt, die Schutzlosigkeit der Menschen deutlich. Der Künstler Appold will uns — und insofern haben seine Arbeiten eine moralische Dimension — auf die Folgen eines nicht enden-wollenden, zerstörerischen Eingriffs in die Natur und einer Selbstvernichtung der Menschheit aufmerksam machen.
 

Austellungskatalog

gepflegtes Exemplar, nur kleine Lesespuren, persönliche Widmung des Künstlers auf dem Titelblatt

Artikelnummer: B00030628
Artikelnummer:
B00030628
Gewicht:
400 gr