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Seit Jahren derselbe Titel für seine Bilder. Die Bilder verändern sich, das Wort bleibt: ARCHE-TYPEN. Peter Henning malt in einem
Raum seiner Wohnung in Neumünster. Die Arbeit ist wie Traum und Alptraum zugleich. Tage-, nächtelanges Fiebern vor Werktisch und Staffelei. Schnelles Malen, oft viele Bilder in kürzester Zeit. Kompromißloses Urteil. So viel geschaffen wird, so viel verschwindet. Manches taucht wieder auf, Teil einer Collage: Dann nicht nur als Zeichen ökonomischer Zwänge - denn Farben sind teuer -‚ auch als Erinnerung des Weges, den er seit einigen Jahren geht. Peter Henning lebt mit seinen Bildern, nicht von seinen Bildern. Es ist die Unerbittlichkeit der Kunst, die in sein Leben Furchen schlug, aber ihm auch Rettung ist. Solches Arbeiten kennt keine Alternativen. ARCHE-TYPEN: Das Wort weist in alte Zeiten und fremde Zonen. Die Richtung läßt sich verfolgen in den acht Bildern, die hier zu sehen sind. Anfangs die entworfene Szene, das Ensemble korrespondierender Zeichen. Später der Verzicht auf solche Land- und Weltschaften. Wie Graffiti reihen sich nun Zeichen und Figuren, erzählen Geschichte wie an den Wänden der New Yorker U-Bahn oder den Häuserresten in Kreuzberg. Schließlich bleibt die Figur, dann der einzige Kopf. Der Stil wird wütender und doch genauer. Peter Henning malt Menschen-Bilder, vogelförmig und rundköpfig, gleichwie. Seine Bilder zeugen von einer Suche. Sie gilt dem Gesicht des Menschen und der Geschichte, die darin sich einschreibt. Menschlichkeit ist der Fluchtpunkt dieses Werkes - als ein fast hoffnungsloses Begehren. Erreichbar nur in den Bildern.
Dr. Torsten Teichert, August l988
Austellungskatalog
gepflegtes Exemplar, nur kleine Lesespuren,
- Artikelnummer:
- B00030445
- Gewicht:
- 400 gr