- Umfang/Format: 497 Seiten : zahlreiche Illustrationen (z.T. farbige) ; 31 cm
- Anmerkungen: Literaturverz. Seiten 489 - 492
- Einbandart und Originalverkaufspreis: in Schuber : M 118.00
- Sachgebiet: Bildende Kunst
In der Kunstgeschichtsschreibung hat die romantische Bewegung die verschiedenartigsten Beurteilungen erfahren. Das liegt vor allem daran, daß der widerspruchsvolle und vielschichtige Begriff »Romantik« zu Unklarheiten führte, die bis heute nicht gänzlich beseitigt werden konnten.
Willi Geismeier unternimmt nunmehr den Versuch, die Entwicklungslinien der deutschen romantischen Malerei nachzuzeichnen und die Vielfalt ihrer künstlerischen Erscheinungsform darzustellen. Dabei widmet er der kunsttheoretischen Definition der Romantik besondere Aufmerksamkeit. Entwicklungsgeschichtlich ist die romantische Bewegung ursprünglich aufklärerischen Gesellschafts- und Geschichtsvorstellungen verpflichtet, enthält zugleich aber auch geschichtlich retrospektive und weltanschaulich reaktionäre Elemente. Es versteht sich, daß die Geschichte der romantischen Malerei unter diesen Aspekten nicht ohne eine präzise Analyse der speziellen politischen und wirtschaftlichen Zustände vorgenommen werden kann. Eingehend erörtert der Autor die Ideengeschichte der Romantik, und er geht darüber hinaus auch auf das dialektische Verhältnis zur Weimarer Klassik ein. Um die Ursachen und Erscheinungsformen als Gegensatz der politischen und ideologischen Rückständigkeit des deutschen Bürgertums und der revolutionären Theorien der führenden Kräfte zu verdeutlichen, wird zugleich auch die Situation der bürgerlichen Bewegung in Deutschland einer näheren Betrachtung unterzogen.
Natürlich stehen im Zentrum des Buches die herausragenden Künstlerpersönlichkeiten wie Caspar David Friedrich, Philipp Otto Runge, Peter Cornelius, Friedrich Overbeck, Franz Pforr, die Brüder Olivier, Adrian Ludwig Richter, Julius Schnorr von Carolsfeld, Moritz von Schwind. Nach territorialen Gesichtspunkten werden einzelne Schulen und Bewegungen der romantischen Malerei ausführlich beschrieben. Das kunsthistorisch Bekannte wird zusammengefaßt, aber darüber hinaus werden eine Reihe von neuen Gesichtspunkten herausgearbeitet. So unter anderem solche Fragen wie die Stellung des Künstlers in der Gesellschaft, die neue Bewußtheit, mit der die Funktion und der Sinn des Bildes in der Romantik durchdacht werden, und das Verhältnis des Künstlers zu seinem Auftraggeber. Der Autor erweist sich hier als ein entschieden engagierter Historiker, der dabei aber auch seine Vorliebe für bestimmte Erscheinungen der Romantik nicht unterdrückt.
Bekanntlich ging der realistische Entwicklungsbeitrag der deutschen Romantik im demokratischen Realismus der Jahrhundertmitte auf, und zugleich erfolgte eine unverbindliche in den Effekten theatralisch vergröberte Weiterführung des romantischen Stimmungsgehaltes, der sich mit historisierenden Tendenzen mischte. Es ist das Verdienst der vorliegenden Arbeit. daß auch solche Zusammenhänge dargestellt werden und die Kunst hier nicht nur zur Illustration einer allgemeinen politischen und kulturellen Entwicklung dient_
gutes Exemplar, ordentlich,
- Verlag:
- Dresden : Verlag der Kunst
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- Artikelnummer:
- B00054560
- Gewicht:
- 2900 gr