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Die Albertina und das Dresdner Kupferstich-Kabinett : Meisterzeichn. aus 2 alten Sammlungen ; e. Ausstellung mit d. Graph. Sammlung Albertina, Wien ; [Ausstellung im Albertinum 26.9. - 26.11.1978] / Staatl. Kunstsammlungen Dresden, Kupferst

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  • Umfang/Format: 181 Seiten : zahlreiche Illustrationen (z.T. farbige) ; 27 cm
  • Anmerkungen: Status nach VGG: vergriffen
  • Einbandart und Originalverkaufspreis: : M 15.00
  • Sachgebiet: Bildende Kunst, Baukunst ; 12a Bildende Kunst, Kunstgewerbe

Es war der Anfang einer bis heute fruchtbaren Entwicklung, als die Albertina mit ihren Ausstellungen in London 1948 und in Paris 1949 dem Medium der Zeichnung eine neue Wirkungsdimension eröffnete. Bis dahin hatten Zeichnungen nur selten, und dann meist für monographische Ausstellungen ihre Heimstatt verlassen, wobei die leihgebenden Museen vom Publikum wenig beachtet wurden. Nun aber, nach den Verwüstungen des Krieges, trat für jedermann sichtbar hervor, wie bedeutend das Bewahren überkommener Werte ist. Eine künstlerische Sammlung, die unter dem Guten das Ausgezeichnete zu erwählen weiß, es erwirbt, pflegt und damit lebendig erhält, wurde jetzt stärker denn zuvor als eigenwertige Kraft erkannt. Die mannigfachen Anstrengungen, die das Gedeihen einer Sammlung erfordert, wurden als Züge im geistigen Antlitz eines gesellschaftlichen Organismus sichtbar. Städte, Länder und Völker fanden im Gepräge ihrer Kunstsammlungen ihre Geschichte wieder. Ein neuer Ausstellungstypus, der eine Sammlung zum Thema hat, bildete sich heraus.
Dabei wuchs den Zeichnungen eine besondere Rolle zu, da sie einerseits von einer steigenden Zahl von Kunstfreunden und -kennern geschätzt werden, andererseits beweglicher als etwa Gemälde sind und ihr zeitweiliges Fehlen am angestammten Ort nicht öffentlich sichtbar wird. So tauschten in den letzten Jahren viele große Kabinette zu gegenseitiger Ausstellung Kollektionen ihrer Meisterzeichnungen, die Albertina mit dem Budapester Museum, mit der Ermitage, dem Moskauer Museum und mit dem Louvre, das Dresdner Kabinett stellte sich in Brüssel, Leningrad, Moskau und Prag vor. Freilich wurden auch konservatorische Grenzen offensichtlich, denn bei der Lichtempfindlichkeit der meisten Zeichnungen birgt jede Ausstellung die Gefahr eines — wenngleich zunächst nicht meßbaren — Substanzverlustes in sich.
Da die beiden altehrwürdigen Sammlungen von Wien und Dresden in ihrer Entstehungsgeschichte verbunden waren und beide in ihrem umfassenden Arbeitsbereich vom fünfzehnten Jahrhundert bis zur Gegenwart übereinstimmen, bot sich der Versuch zu einer Ausstellung besonderer Art an, in der beider Bestände sich ergänzend vereinigen. Zunächst war auch die Möglichkeit erwogen worden, einen abgegrenzten historischen Bereich gemeinsam darzustellen. Dann aber wurde diese Lösung bevorzugt, die einen Überblick über das weite Feld beider Sammlungen bietet und zugleich die Vielfalt der verschiedenartigen Verknüpfungen zwischen ihren Zeichnungen offenlegt.
Es ist ein historischer Vorgang, daß Kunstwerke bei ihrer praktischen und ästhetischen Nutzung aus ihrer ursprünglichen Verbundenheit im Entstehungsprozeß abgetrennt wer den. Beinahe gesetzmäßig nimmt mit steigender Wertschätzung eines Künstlers die internationale Zerstreuung seiner Werke zu. Es ist der wissenschaftliche Sinn modernen Ausstellungswesens, die von den Wellen der Geschichte weithin verschlagenen Kunstwerke einmal in ihren ursprünglichen Zusammenhang zurückzuversetzen.
In welchem Maße die Verbundenheit Herzog Alberts mit den königlichen Sammlungen seines Vaters und seines Großvaters in Dresden seine Neigung zur Vereinigung von Kunstwerken vorgeprägt hat, wird in dem Aufsatz Walter Koschatzkys aus intimer Kenntnis dargelegt. Es sei hier nur ein Gedanke hinzugefügt. Die Sammeltätigkeit dieser drei Generationen wettinischer Fürsten läßt sich als historische Entwicklungslinie interpretieren. August der Starke hatte beim Aufbau seiner Spezialsammlungen — Porzellansammlung, Kupferstich-Kabinett, Gemäldegalerie, Grünes Gewölbe, Rüstkammer, Skulpturensammlung, Mathematisch-Physikalischer Salon — die Universalität der Künste, ihre praktische Nutzbarkeit und zugleich ihre staatliche Repräsentanz mit öffentlichem Schauwert hoch geschätzt und dabei auch theatralische Wirkungen nicht verschmäht. Sein Sohn August III. beschränkte sich mit verfeinerter Kennerschaft vor allem auf die Malerei und den Glanz der Oper und hielt darin die Entfaltung höfischer Pracht aufrecht.
 

gutes Exemplar, ordentlich

Artikelnummer: B00065364
Verlag:
Dresden : Staatl. Kunstsammlungen
broschiert,
Artikelnummer:
B00065364
Gewicht:
400 gr