- Umfang/Format: 52 Bl. : Illustrationen ; 18 cm
- Erscheinungsjahr: 1980
aus dem Vorwort: Man liegt nicht so ganz daneben, wenn man sagt, die Malerei des Karl Fettweis sei aus dem Beton entwickelt worden; jenem Baustoff also, der dem Versuch widersteht, Leben aus dem Material zu destillieren; Leben im übertragenen Sinne: als Reflex jeden irgendwie von Menschenhand betriebenen Bauens. Der Ziegelstein fügt sich dem Bedürfnis, auch im Bauwerk die Struktur des Hand werklichen widerzuspiegeln; der gezimmerte Bau, aus dem organischen Stoff Holz, tut es ohnehin und ohne Umwege des Denkens. Beton aber egalisiert das reflektierende Sehen in einem Maße, daß Geist und Sinne zu verstummen
beginnen.
Dies festzustellen bedeutet selbstverständlich keine Ablehnung oder Abwertung des neueren Materials. Beton ist unbefragt und unbestritten der Baustoff der Gegenwart. Eine andere Sache ist freilich, wie die bildende Kunst sich damit auseinandersetzt. Gut und schön, man muß ja nicht Betonbauten als Motiv wählen, wenn man Maler ist. Aber wenn man es nun tut, wie geht man an Motive dieser Art heran? Etwa wie Spitzweg, der die Bauten des Biedermeier so unterhaltsam als farb- und formenreiche Kulisse seiner freundlichen Szenerien benutzte? Unmöglich, zu denken, man könne mit Betonwänden so umgehen wie Spitzweg mit Ziegel und Verputz und blumengeschmückten Fensterrahmen. Das ergibt kein schlüssiges Bild, es hat nicht einmal eine Bildmöglichkeit. Der neue Baustoff ist von so spröder Natur, daß man es als hoffnungslos ansehen mag, daraus Motive zu holen. Dennoch, es gibt einen Maler, der dies immer wieder unternimmt:
Karl Fettweis.
gutes Exemplar, nur kleine Lesespuren
- Verlag:
- Westensee : Galerie Stekhoven
- Artikelnummer:
- B00028788
- Gewicht:
- 400 gr