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Im Westen nichts Neues : wir malen weiter: Luciano Castelli... & Super-8 aus Westberlin ; Kunstmuseum Luzern, 11.10. - 15.11.1981 ; Centre d'Art Contemporain, Genève, Janvier/Février 1982 ; Stadt Aachen, Neue Galerie - Sammlung Ludwig, A

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Verlag Luzern : Kunstmuseum Zeitliche Einordnung Erscheinungsdatum: 1981 Umfang/Format 160 S. : Überwiegend Ill. (z.T. farb.) ; 24 cm ISBN/Einband/Preis kart. (Pr. nicht mitget.) Schlagwörter Malerei / Ausstellung ; Kunstausstellung / Wanderausstellung → Malerei / Ausstellung Sachgruppe(n) 46 Bildende Kunst


Bevor ich mit dem zusammengetragenen Katalogmaterial diesen Spätsommer von Berlin in die Schweiz zurückkehrte, besuchte ich im legendären Musikladen in Kreuzberg ein Nachtkonzert mit einigen New WaveGruppen aus Berlin - u.a. «Malaria», «Neon-Babies» und «Tempo», die an diesem Abend zum letzten Mal auftreten wollten. So drängten sich im langen, schmalen Schlauch nicht iur junge Punks und Rockers, sondern auch die «älteren» Fans, unter ihnen fast alle -Moritzplatz-Boys», Künstler, die in den letzten Jahren in Kreuzberg ein neues Klima geschaffen haben. Das rasante, oft sich selbst aber den Haufen rennende Tempo der Veränderung in der Entwicklung von Kunst, von Kultur, wurde mir sehr plastisch bewusst: Initiativen, Gruppen, Aktivitäten, die 1977/78 im kleinsten Rahmen - auch in - N on wenigen ausgelöst wurden, sind 1981 bereits Legende und am Auseinanderbrechen. Die gegenwärtige Kulturszene mit Musik, Kunst, Film, Politik - in Berlin Kreuzberg eng miteinander verbunden - lässt sich nicht fixieren, reproduzieren, ohne Verlust der Essenz. So erinnerten mich die schwarzgekleideten jungen Frauen von «Malaria» mit ihrem neuhinzugezogenen Showpaar und ihrem überlauten Sex- und Power-Auftritt fragwürdig an das Polittheater der Nazizeit. Die Stimmung von , selbst die Umgebung in Kreuzberg zeigen viel direkter den aktuellen Ursprung dieser «Power»: Brutalität, Misere, Verbrauchtheit einer kaputten Grosstadt, einer kaputten Gesellschaft, die in den letzten Jahren bei der Jugend neue Energien auslöste, um aus dieser kaputten Situation heraus ungebrochen, direkt, spontan, ohne Hemmungen und ohne Verpflichtung an jegliche Konvention und Tradition zu leben, zu arbeiten, sich auszudrücken.
1978 haben mehrere junge Künstler in dieser Musikhalle ausgestellt, d. h. sie haben für die Riesenwände u.a. grosse «Wandbilder» auf Stoff gemalt. So füllte Bernd Zimmer die rechte lange Wand von über 35 Metern. Auch Middendorf, Fetting, Salome haben hier ilve Bilder präsentiert, die noch wenig bekannten Nee; Wave-Gruppen sind dazu aufgetreten. Die Künstler selbst haben ebenfalls fast ohne Ausnahme Musik gemacht. Ich selbst hörte 1980 das erste Konzert im , damals war es schon kein Geheimtyp mehr, und niemand dachte mehr daran, hier Bilder aufzuhängen. 1978 behaupteten sich die Bilder noch gegen die Musik. Themen der
Stadt - die U-Bahn, die Blocks, die Musikszene selbst, Sänger, Drummer, Combo's, Tänzer und harter Sex, vor allem auch aus der Homo-Szene - wurden mit Mitteln, den Inhalten entsprechend, offen, direkt und hart wie die übrigen Themen dargestellt. Dazu eignete sich vor allem eine Malerei mit extremen harten Farben, vielen Kontrasten und einer spontanen Gestik, welche auch durch die grossen Formate bedingt wird. Malerei als direkter Ausdruck des Körpers, der Sinnlichkeit, der Emotionen. Als mich Luciano Castelli und Salome Ende 1978 erstmals besuchten, Photos zeigten und vor allem auch von der Künstlergruppe am Moritzplatz erzählten, machte mich diese Berliner Situation neugierig. Nachdem ich bei einem Berlinaufenthalt im Herbst 1979 zunächst die Arbeiten der Kerngruppe um den Moritzplatz kennenlernte, hörte ich von weiteren Künstlerinitiativen, Gruppen, selbstverwalteten Galerien wie 1/61, Fabrik K-19, während mir die Lützowstrasse-Situation und die 7. Produzenten-Galerie von Dieter Hacker durch ihre internationale Propaganda-Arbeit bereits bekannt waren.
 

gutes Exemplar, ordentlich

Artikelnummer: B00069938
Verlag:
Kunstmuseum Luzern (Herausgebendes Organ)
broschiert,
Artikelnummer:
B00069938
Gewicht:
400 gr