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George Segal / Phyllis Tuchman. [Aus d. Engl. übertr. von Johannes Kiebranz]

Gewicht: 0.4 kg

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  • Umfang/Format: 128 Seiten : 118 Illustrationen (z.T. farbige) ; 28 cm
  • Anmerkungen: Literaturverz. Seiten 123 - 125 Status nach VGG: vergriffen
  • Einbandart und Originalverkaufspreis: kartoniert : DM 44.00 3-7658-0444-4 kartoniert : DM 44.00
  • Sachgebiet: Bildende Kunst

Einleitung
Seit mehr als zwanzig Jahren beschäftigt sich George Segal mit Bildhauerei. Begonnen hat es damit, daß er Freunde, Verwandte und Modelle in gipsgetränkte Binden einwickelte — ein technisches Verfahren, das sich als erstaunlich produktiv erwies. Aus plastischen Hohlformen entstanden Hunderte von Kompositionen mit einer oder mehreren Figuren und Dutzenden von Körperteilfragmenten.
Waren seine Skulpturen zu Anfang völlig weiß, so sind heute die meisten mit Farbe bemalt. Sie ähneln oft mehr als nur oberflächlich den Bildern, die Segal während der fünfziger bis hinein in die sechziger Jahre, also während der zweiten Generation der Abstrakten Expressionisten, gemalt hat. Innerhalb seiner Environments beeinflussen sich häufig geisterhaft weiße oder bemalte Plastiken und konkrete Gebrauchsgegenstände. Das Verhalten der menschlichen Figuren in den dargestellten Situationen erscheint meist völlig natürlich und lebensnah: Drei Fußgänger warten an einer Straßenecke, während die Ampel ständig von «Gehen» auf «Warten» schaltet. Zwei Liebende liegen auf einem Bett und umarmen sich. Eine nackte Frau steht am Fenster und lugt hinter dem Vorhang hervor.
Zunächst sind es die realistischen Aspekte in Segals Arbeiten — seine menschlichen Figuren und ihre Umgebung —, die die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich ziehen, doch formal sind seine Plastiken ganz getreu nach den Prinzipien der abstrakten Kompositionen des zo. Jahrhunderts gestaltet. Je länger man darüber nachdenkt, desto offensichtlicher wird die Absicht des Künstlers, einer philosophischen oder psychologischen Wahrheit in seinen Modellen und ihrem Handeln nachzuspüren.
Die Begegnung mit Segals Arbeiten bedeutet entweder Liebe auf den ersten Blick oder aber schroffe Zurückweisung. Dem Betrachter allerdings, der sich von seinen Werken verführen läßt, bietet sich als Belohnung eine günstige Gelegenheit, ein weites Feld von interessanten Problemen zu betreten, über die es sich nachzudenken lohnt.
Es sind die zwischenmenschlichen Beziehungen, die Segal in ihrem Bann halten. Environments, in denen nur eine einzelne Person am Fenster sitzt oder an der Tür steht, sind nicht selten von beklemmender Einsamkeit geprägt. In anderen Szenen wiederum schafft Segal eine Ausgangssituation, die ihrerseits das Verhalten der Figuren zueinander bestimmt. Menschen gruppieren sich um einen Eßtisch oder warten darauf, in einen Bus zu steigen. Die Backstein- 3* mauer (1970) veranschaulicht klar und deutlich, wieviel Segal mit einer einfa-
4 • chen Geste auszudrücken vermag. Denn betrachtet man das verheiratete Paar — einen Psychiater und eine Malerin —, das für diese Szene Modell stand, von vorne, so scheint es, als gingen beide lediglich Seite an Seite eine Backsteinmauer entlang. Die Art jedoch, wie der Arzt den linken Arm um die Hüften seiner Frau legt, wird erst dann sichtbar, wenn wir hinter das Paar treten. Und dennoch ist es rade diese kleine Geste, die uns das Verbindende in der Beziehung dieser beiden Menschen zueinander entdecken läßt.
Wann immer das Gespräch auf seine Arbeiten kommt, wird Segal auf deren verschiedene Bedeutungsebenen hinweisen. Politisches Bewußtsein zum Beispiel ist in bestimmten Environments von der Anfangsphase bis auf den heutigen Tag integraler Bestandteil seines Schaffens. Die Busfahrgäste entstanden 21 196z, zu einer Zeit, in der die Aktivitäten der Freedom Riders (Bürgerrechts-
 

Tuchman, Phyllis (Verfasser), Segal, George (Illustrator)

gutes Exemplar, ordentlich,

Artikelnummer: B00070375
Verlag:
München ; Luzern : Bucher
Artikelnummer:
B00070375
Gewicht:
400 gr