- Umfang/Format: 358 Seiten : 31 Illustrationen ; 24 cm
- Erscheinungsjahr: 1978
Alphonse Daudet (1841 bis 1897), Zeitgenosse und Freund von Emile Zola und Gustave Flaubert, schildert in >Fromont junior und Risler senior< (Fromont jeune et Risler aine) den moralischen Verfall seiner Zeit. Selbst Sohn einer ruinierten Fabrikantenfamilie, kannte er die >Verdrießlichkeiten des kommerziellen Zusammenwirkens< und wußte, daß >Eifersüchteleien< und die >herbe Rivalität der Frauen< Ausdruck gesellschaftlicher Veränderungen waren. Sidonie, die kokette Pariserin und, neben Risler sen., die tragende Figur seines Romans, ist, ähnlich der >Nana< von Zola, Inkarnation teuflischer
/ Verführung. Sie ist jenes Wesen aus Flimmer und Glamour, aus Berechnung und begehrlicher Weiblichkeit, das Vernunft tötet und aus Lauterkeit intrigante Schwachheit macht.
. Der Roman entstand 1873, zu jener Zeit also, in der die Weltwirtschaftskrise in Deutschland die berühmte >Gründerjahre-Konjunktur< beendete und in Frankreich Sarah Bernhardt die Männerwelt in Atem hielt. Er ist, wie alle 'Werke der französischen Naturalisten, ein >ehrliches Buch<. Daudet selbst schreibt in >Dreißig Jahre Paris<, daß >sämtliche Personen in 'Fromont' gelebt haben ...< und zu Sidonie vermerkt er, daß sie >freilich nicht ganz so schlecht (war), wie ich sie gemacht habe<. Auch Risler ist der Wirklichkeit entlehnt. Ehrlicherweise gesteht Daudet: >Risler ist eine Erinnerung aus meiner Kindheit ...<
• Der Zeichner Erhard Göttlicher, bekannt durch seine Zeichnungen zu Zolas >Nana<, hat, sich
• dem literarischen Wahrheitsbegriff beugend, Zeichnungen entworfen, die trotz freier künstlerischer Aussage die von der literarischen Vorlage vorgegebene Identifikation zulassen und
- • somit die Lektüre zu einem authentischen Erlebnis werden lassen. J. S.
gepflegtes Exemplar, nur kleine Lesespuren
- Verlag:
- Frankfurt am Main, Wien, Zürich : Büchergilde Gutenberg
- Artikelnummer:
- L00032813
- Gewicht:
- 400 gr