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Die Meisterwerke aus dem Kunstgewerbemuseum Berlin, Staatliche Museen Preussischer Kulturbesitz / Verf. d. Texte zu d. Abb.: Stefan Bursche... Fotos: Hans-Joachim Bartsch...

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  • Umfang/Format: 125 Seiten : 53 Illustrationen (farbige) ; 22 cm
  • Erscheinungsjahr: 1980
  • Gesamttitel: Belser-Kunstbibliothek
  • Schlagwörter: Berlin ; Museum / Einz. Orte ? Berlin ; Kunsthandwerk / Bildband ; Berlin (West) / Museen, Sammlungen ; Museum / Länder, Gebiete, Völker // Berlin (West) ; Kunstgewerbe / Museen, Sammlungen

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Das Kunstgewerbemuseum, ursprünglich als Mustersammlung gedacht, wurde im Verlauf seiner Entwicklung zum Kunstmuseum, dessen Bestände nach historischen Gesichtspunkten gegliedert sind. Es verschließt sich deswegen nicht der Gegenwart, im Gegenteil, es bezieht sie in sein Sammeln ein. Indes, anders als in Hamburg, wo Max Sauerlandt als Nachfolger Justus Brinckmanns, bis zu seiner Amtsenthebung durch die Nationalsozialisten, enge Kontakte zu lebenden Künstlern pflegte, hat man in Berlin seit dem Ausscheiden Julius Lessings in allzu enger Auslegung der durch die Gründung von Werkbund und Bauhaus geschaffenen Situation von der Erwerbung zeitgenössischer Objekte Abstand genommen. Ein gegenwartsbezogenes Geschichtsbild, wie es in der Frühzeit angestrebt worden war, konnte auf diese Weise schwerlich vermittelt werden. Es bildete sich eine Kluft zwischen Vergangenheit und Gegenwart, die von Jahr zu Jahr wuchs und heute nur unter Aufwendung erheblicher Mittel zu schließen ist. Gleichwohl gelang es während der letzten Jahre mit einigem Glück, den Grundstock für eine moderne Abteilung zu schaffen. Mit seiner erweiterten Konzeption wendet sich das Berliner Kunstgewerbemuseum von neuem Grundsätzen zu, die es bereits in seiner Frühzeit leiteten, ohne Aktivitäten in sein Wirken zurückholen zu wollen, die zu Anfang dieses Jahrhunderts in folgerichtiger Einschätzung der Entwicklung anderen Instituten übertragen worden sind. Als Kunstmuseum, dessen Aufgabe es ist, unschätzbare und unwiederbringliche Werte der Nachwelt zu erhalten, muß zwar im Mittelpunkt seiner Arbeit stets das Bewahren und Pflegen der Sammlungsobj ekte, ihre wissenschaftliche Betreuung und ihre sinnvolle Repräsentation stehen, und es wird auch in Zu-
kunft seine bislang treuesten Freunde, die Sammler, nicht vernachlässigen; aber es bemüht sich um die Intensivierung seiner Kontakte zu Kunsthandwerkern und Designern, zu Herstellerfirmen und auch zu den Kunstschulen.
Seit 1963 hat das Berliner Kunstgewerbemuseum im Knobelsdorff-Flügel des Schlosses Charlottenburg eine vorläufige Bleibe, die eine Auswahl des Bestandes zu zeigen erlaubt. Am Tiergarten entsteht der Neubau von Rolf Gutbrod. Nach seiner Fertigstellung werden die kostbaren Sammlungen wieder in ihrer ganzen Vielfalt dem Publikum zugänglich sein. Sie werden ein universales Bild vermitteln, von der frühmittelalterlichen Sakralkunst über die Meisterwerke der Renaissance, des Barock, Rokoko und Louis XVI. bis hinzu den Zeugnissen eines im Jugendstil wiedergeborenen Handwerks und dem Schaffen unserer Tage. Das Museum wird der Gegenwart die Leistungen vergangener Epochen gegenüberstellen und in der Mannigfaltigkeit der Erscheinungen das Gegensätzliche wie das Analoge sichtbar machen können, den widerstreitenden Tendenzen über die Zeiten ein Forum bietend, Anregungen vermittelnd, ohne den Spielraum der Phantasie einzuschränken. Ein Kunstgewerbemuseum ist nicht einseitig auf das „Heute" gerichtet. Das Vergangene dient ihm nicht lediglich zur Rechtfertigung gegenwärtig gültiger Prinzipien. Es legitimiert nicht, es definiert. Aber eben dadurch, daß es sich dem totalen Anspruch des „Aktuellen" entzieht, hält es den Raum frei für zukünftiges Gestalten, dessen Grundsätze zu entwickeln Künstlern und Designern obliegt.
Franz Adrian Dreier
 

gepflegtes Exemplar, nur kleine Lesespuren

Artikelnummer: B00032824
Verlag:
Stuttgart ; Zürich : Belser
Artikelnummer:
B00032824
Gewicht:
400 gr