Mit sehr zahlreichen Abbildungen. 1725 S., 1 nn. Bl. 21,5 x 14,5 cm. Original-Leinenbände mit illustrierten Original-Umschlägen
DIE HOLZSCHNITTE LUDWIG RICHTERS
Was haben uns Ludwig Richters Holzschnitte heute noch zu sagen? Was rechtfertigt die Herausgabe dieses umfangreichen zeichnerisch-graphischen Werkes aus der Zelt des Biedermeier und der Spätromantik, die — gemessen an den großen geschichtlichen Zeiträumen unserer nationalen Vergangenheit — noch gar nicht so weit zurückliegt, für uns heute aber schon eine Welt bezeichnet, zu der wir nur schwer noch Zugang finden? Sind die „hausbackenen" Idyllen dieses „sächsischen Philisters" wirlich etwas, das wiederzuentdecken sich lohnt, nachdem doch die Männer vom Fach bereits vor sechzig, siebzig Jahren den Stab Eber ihn brachen? Schon 1903 mokiert sich Richard Muther über die „kleinliche Korrektheit" und „akzentlose Milde" von Richters Kunst, dem er „als Mensch wie als Künstler ... jedes feinere Aroma" abspricht, und Max Deri nennt ihn 1920 „einen hohlen, kleinen Götzen chauvinistischer Urteilsbeschränktheit ..., ein Kindergemüt für Kinder".
Wenn wir andererseits hören, daß bereits zu Richters Lebzeiten so bedeutende Gelehrte wie Otto Jahn, Anton Springer, Wilhelm Heinrich Riehl, Franz Kugler und Friedrich Theodor Vischer seine Kunst hoch bewertet haben, dürfte die polemische Zeitgebundenheit der späteren, von extrem veränderten ästhetischen Positionen aus gefällten Urteile deutlich werden. Heute scheinen die Zeiten der Geringschätzung wie auch die einer deutschtümelnden Überbewertung vorüber zu sein. Aus einem Zeltabstand von mehr als einem Jahrhundert sehen wir nüchterner und schärfer die Qualität, aber auch die Begrenztheit seines künstlerischen Werkes.
Ludwig Richter ist keiner der ganz Großen der deutschen Kunst und hat das selbst am besten gewußt. Auch als Landschaftsmaler blieb er innerhalb der deutschen Romantik in der zweiten Reihe. Die geistige Tiefe und formale Spannung Caspar David Friedrichs etwa hat er niemals erreicht, aber auch niemals gewollt. schenkte er der deutschen Malerei die volkstümlich-heitere Landschaft der Spätromantik. Seine Bilder „überfahrt am Schreckenstein" (1837), „Genoveva in der Waldeinsamkeit" (1341) und „Der Brautzug im Frühling" (1847) gehörten gewiß nicht eben zu den progressiven Leistungen der europäischen...
gutes Exemplar, altersgemäß gebräunt, Laminierung etwas gelöst von den Schutzumschlägen, Gesamtzustand gut
- Verlag:
- Henschelverlag, Berlin
- Die Bände wiegen über 2 Kilo und können nicht als Büchersendung versendet werden (6.90¤)
- Artikelnummer:
- B00056064
- Gewicht:
- 2900 gr