- Ausgabe: 1. Auflage
- Umfang/Format: 177 Seiten ; 19 cm
- Erscheinungsjahr: 1986
- Gesamttitel: Volk-und-Welt-Spektrum ; 216 : Satire
Wer war Jossyp Slastjon nun wirklich? Sohn eines geschätzten Zimmermanns oder Sproß des Bevollmächtigten über alle Bevollmächtigten? Ebenso dunkel wie seine Herkunft ist sein plötzliches Verschwinden. Ist er tatsächlich in den Kosmos geflogen oder vielleicht einfach auf Goldsuche in der Taiga?
Am generellen Lebensweg der Hauptfigur läßt der Autor dennoch keinen Zweifel: Jeder neue Sturz von den eingebildeten Höhen der Macht wird für Jossyp nicht zur Tragödie, sondern zum Ausgangspunkt einer neuen Karriere. In den Details allerdings bleibt manches der Phantasie des Lesers überlassen, und die dreißig sich zum Teil widersprechenden Berichte seiner Mitbürger fügen sich zu einem vielschichtigen, schillernden Porträt des Hochstaplers. »So viele Menschen es gibt, so viele Wahrheiten gibt es«, sagt einer der Erzähler. Die Monologe wechseln vom lakonischen Bericht zur grotesken Überhöhung, vom Dorftratsch zur treffsicheren Diagnose. Die Gesamtheit der Erzählerstimmen bildet ein eindrucksvolles Gegenporträt der Dorfbewohner zu Jossyps Fehlentwicklung.
Die humorig-satirische Erzählung »Jossyps Himmelfahrt« ist das bisher beste Werk von Wolodymyr Drosd (Jahrgang 1939), der unter den ukrainischen Gegenwartsautoren zu den interessantesten und begabtesten zählt. In der DDR wurde Drosd erstmalig mit dem Prosaband »Das Opfer des Teufels« in der Novitätenkassette (Volk und Welt, 1975) vorgestellt. Aus seiner Feder stammen u. a. auch die phantastische Erzählung »Irij« und die Romane »Erde unter den Hufen« (198o) und »Der einsame Wolf« (1982).
ordentliches Exemplar, Einband und Buchblock mit kleinen Lesespuren, Gesamtzustand: gut
- Verlag:
- Berlin : Verlag Volk u. Welt
- Artikelnummer:
- B00038318
- Gewicht:
- 400 gr