- Umfang/Format: 154 Seiten ; 22 cm
- Erscheinungsjahr: 1982
An einem sonnigen Sonntag taucht bei einem bayerischen Hammelfest der Name eines merkwürdigen Mannes auf: Horsky, Leo. Die Verwöhnten handeln ihn als Geheimtip. Horsky hat Hände ohnegleichen, seine Finger nennt er »meine zehn Männer«. In München, fünfunddreißig Jahre nach Ende der nationalsozialistischen Diktatur, ernährt er sich von dieser Hände Arbeit.
Im Verlauf der Erzählung stellt sich heraus, daß Horsky wohl der einzige Mensch unter der Sonne ist, der den Holocaust in »jenem Ort in der Nähe der Bahnknoten, Dampfmühlen und Zinkwalzwerke« vom ersten bis zum letzten Tag überlebt hat. Die »Arbeit seiner Zehn Männer« war den Mördern unentbehrlich. Noch heute kann sich Horsky ihrer Dankbarkeit kaum erwehren. Die Mörder sind unter uns, aber Horsky ist zu Haß, Verfolgung und Rache nicht fähig. Er will nur leben und heilen.
Udo Steinke erzählt in seinem dritten Buch die unerhörteste Begebenheit der deutschen Geschichte in der einzig faßbaren Weise: Er erzählt das Geschick eines einzelnen, der das Grauenhafte auf groteske Weise, durch die Absurdität des Zufalls überlebt.
>Horsky, Leo, oder Die Dankbarkeit der Mörder< ist thematisch und stilistisch mit manchen der früheren Erzählungen (>Ich kannte Talmann<, 198o) und mit dem Roman >Die Buggenraths< (1981) ...
gepflegtes Exemplar, nur kleine Lesespuren, Widmung des Autors auf dem Vorsatzblatt
- Verlag:
- Frankfurt/M. ; Berlin ; Wien : Ullstein
- Artikelnummer:
- B00028562
- Gewicht:
- 400 gr