- Ausgabe: 2. Auflage
- Umfang/Format: 204 Seiten ; 20 cm
- Erscheinungsjahr: 1990
- Schlagwörter: Härtling, Peter ; Autobiographie
Peter Härtling hat seine Autobiographie zu schreiben begonnen. Er erinnert sich an die zehn Jahre nach Kriegsende, die ihn zu einem Erwachsenen haben werden lassen. Vor seinem Gedächtnis muß er auf der Hut sein. Dieser Vergangenheitsspeicher neigt zu Retuschen und Übertreibungen. Sein Rückblick besteht aus einem Puzzle von gefundenen und erfundenen Geschichten. Deshalb nennt Härtling seine Auskunft über sich selbst wahrheitsgemäß: »Mein Roman«.
Zum Auftakt berichtet Härtling von zwei Ereignissen, die ihn in seiner Existenz trafen. Der Selbstmord der Mutter, eine Verzweiflungstat nach Flucht und einer fehlgeschlagenen Liebe, ließ ihn ohne jeden Beistand zurück. Jetzt hängt sein künftiges Leben von dem Ergebnis einer Herzuntersuchung ab. Ebenso offen erzählt Härtling von den Folgen deutscher Nachkriegsgeschichte auf seine Biographie. Bei der Nürtinger Zeitung hatte ein Parteigänger Adenauers das Sagen. Und später, als Härtling längst keine Volontärsdienste mehr zu verrichten hatte, bedrückten ihn die gedämpften Reden über die Verbrechen der Nazis, die falschen Rücksichten. Daß Härtling den Mord an einer jungen Frau erst 35 Jahre nach ihrem Tod »aufklären« konnte, zeigt, mit welcher Macht die Schandtaten der Deutschen verdrängt wurden. Und auch der verrückt plaudernde Altnazi und Neude-
mokrat Kurrie hat nur zum Schein das
Glück auf seiner Seite.
Härtling, Peter
gepflegtes Exemplar, nur kleine Lesespuren,
- Verlag:
- Frankfurt am Main : Luchterhand-Literaturverl.
- Artikelnummer:
- B00041162
- Gewicht:
- 400 gr