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Leinenausgaben,
Heinrich Faust, ein angesehener Forscher und Lehrer zu Beginn der Neuzeit, zieht die Bilanz seines Lebens und kommt zu einem doppelt niederschmetternden Fazit: Als Wissenschaftler fehle es ihm an tiefer Einsicht und brauchbaren Ergebnissen, und als Mensch sei er unfähig, das Leben in seiner Fülle zu genießen. In dieser verzweifelten Lage verspricht er dem Teufel seine Seele, wenn es diesem gelingen sollte, Faust aus seiner Unzufriedenheit und Ruhelosigkeit zu befreien. Der schließt mit Faust einen Pakt, verwandelt ihn zurück in einen jungen Mann, nimmt ihn mit auf eine Reise durch die Welt und hilft ihm, die Liebschaft mit der jungen Margarete, genannt Gretchen, einzufädeln.
Unter dem «Urfaust» (auch als Faust in ursprünglicher Gestalt bekannt) versteht man Goethes ersten Entwurf für sein späteres Theaterstück Faust. Er entstand, parallel zu Die Leiden des jungen Werthers, 1772 bis 1775 in Frankfurt am Main. Auslöser für die stoffliche Bearbeitung war die Verur-teilung und Hinrichtung der Kindesmörderin Susanna Margaretha Brandt, deren Gerichtsprozess Goethe verfolgt haben muss, wie die nach seinem Tod bei ihm gefundenen Kopien von Prozessakten zeigen. 1775 las Goethe erstmals am Hof zu Weimar, danach unter anderem auch im Erfurter Schloss Stedten, das im Besitz der mit ihm befreundeten Familie Keller war, aus dem Urfaust vor. Das Publikum war von der unkonventionellen Form und Sprache begeistert. Goethe wurde im Anschluss immer wieder auf Fertigstellung des Stückes gedrängt, unter anderem von seinem Freund Friedrich Schiller.
Die Geschichte vom Doktor Faust, sein Erkenntnis- und Machtstreben, das in den berühmten Teufelspakt mündet, ist der wohl wirkungsmächtigste Mythos der Neuzeit. 1587 druckte der Verleger Johann Spieß in Frankfurt am Main die »Historia von D. Johann Fausten«. Von ihr nahm das Fortleben dieses Mythos in der Weltliteratur wie in den anderen Künsten seinen Ausgang. Christopher Marlowes Tragödie, Lessing, Goethe und Thomas Mann sind die literarischen Hauptzeugen.
Die Ausgabe bietet den Text des Erstdrucks von 1587 sowie Zusatztexte aus der älteren sogenannten Wolfenbütteler Handschrift und weiterer früher Drucke (1587–89), die auf die Existenz einer längeren erzählerischen Tradition verweisen. Im Anhang ist neben editorischem Bericht, Stellenkommentar, Nachwort und Literaturhinweisen auch ein umfangreicher Teil mit Quellen zur »Historia« sowie Zeugnissen zur zeitgenössischen Wirkung enthalten.
Schuber mit lesespuren, die Ausgaben sind ordentlich und gut erhalten
- Verlag:
- erlag der Nation / DDR
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- Artikelnummer:
- B00072924
- Gewicht:
- 1900 gr