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Dill Riemenschneider : d. Roman seines Lebens / Leo Weismantel. Mit e. Nachw. von Sibylle Badstübner

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  • Ausgabe: 6. Auflage
  • Umfang/Format: 279 Seiten ; 19 cm
  • Anmerkungen: Ausg. für d. DDR u.d. sozialist. Länder.
  • Einbandart und Originalverkaufspreis: Dünndr. : M 6.50
  • Sachgebiet: Belletristik ; 08a Schöne Literatur

In seiner Rede "Deutschland und die Deutschen" (1945) bezeichnete Thomas Mann den großen Bildschnitzer Riemenschneider als einen Künstler und angesehenen Bürger Würzburgs, der nie daran gedacht hatte, „sich in die hohe Politik, die Welthändel zu mischen — das lag seiner natürlichen Bescheidenheit, seiner Liebe zum freien, friedfertigen Schaffen ursprünglich ganz fern". Aber „sein Herz, das für die Armen und Unterdrückten schlug, ... zwang ihn, ergriffen von den großen und grundsätzlichen Gegensätzen der Zeit, herauszutreten aus seiner Sphäre rein geistiger und ästhetischer Kunstbürgerlichkeit und zum Kämpfer zu werden für Freiheit und Recht". Grausam war die Bestrafung nach dem Scheitern des Bauernkrieges, „vom Henker gemartert und hart gewogen", blieb Riemenschneider von der Entlassung aus dem Kerker im August 1525 bis zu seinem Tode ein gebrochener Mann; seither ist kein Werk mehr von seiner Hand bekannt geworden. Seine Altäre und Steinreliefs, seine Madonnen und Heiligenfiguren — Meisterwerke spätgotischer Plastik — blieben fast dreihundert Jahre vergessen. Das Grab Riemenschneiders, hinter einer Mauer verborgen, wurde erst 1822 durch einen Zufall wiederentdeckt. Sein Sohn Jörg, Bildschnitzer wie der Vater, hatte in den Stein gemeißelt: „Anno domini 1531 am abent Kiliani starb der
ersam und kunstreich Tilman Riemenschneider, bildhauer, burger zu Würzburg, dem got gnedig sey. Amen."
Leo Weismantel (1888-1964), „Schriftsteller und Lebensbildner aus innerster Berufung" (A. Abusch), schuf nach der Machtübernahme der Faschisten in Deutschland eine Reihe von Künstlerromanen, in denen er sich Themen und Persönlichkeiten der Reformation und des Bauernkrieges zuwandte. Sie waren Zeichen seines stillen Protestes gegen die Praktiken der Hitler-Diktatur und Ausdruck seiner ungebrochenen Sehnsucht nach Humanität. In seiner Schrift „Eine deutsche Novene aus den Lebenserinnerungen" charakterisierte er sie als „eine Folge von dichterischen Biographien, die von Künstlern um das Jahr 1500 handelte ... Es waren Gestalter und Seher, welche im Umbruch des Schicksals ihrer Zeit standen, den Untergang des alten, die Geburt eines neuen Zeitalters erlebten und erlitten." Als erster Band dieser Folge erschien 1936 der Roman „Dill Riemenschneider", in dem Weismantel das Lebensbild des Bildschnitzers von dessen Zuwanderung nach Würzburg bis zum qualvollen Ende zeichnet und von dem er sagt: „Es ist eine so seltsame Parallele von heute zu den historischen Ereignissen um 1500, die ich zu enthüllen versuche."
 

gepflegtes Exemplar, nur kleine Lesespuren

Verlag:
Berlin : Union-Verlag, VOB
gebundene Ausgabe
Artikelnummer:
L00049193
Gewicht:
400 gr
Lagerplatz:
E53