2. Aufl. 510 S
Seit Joseph von Görres 1807 seine „Teutschen Volksbücher" herausgab, ist die Bezeichnung Volksbuch jenen Dichtungen zugedacht, die das Volks-, Sagen- und Gedankengut des Mittelalters bewahren und deshalb bis ins 18. Jahrhundert hinein eine weite Verbreitung im Volke gefunden haben. Gewöhnlich ist das Volksbuch keine Neudichtung, sondern schöpft aus den Quellen der französischen Ritterromane und des hochmittelalterlichen höfischen Versepos. Ursprünglich für die höheren Stände geschrieben und nur in Handschriften verbreitet, bot erst der Buchdruck die Möglichkeit zu ihrer hohen Vervielfältigung. Die alten Stoffe wurden neu bearbeitet, die Versdichtungen in Prosa umgeschrieben und so den geistigen Bedürfnissen und dem Geschmack auch der breiten Volksschichten angepaßt, in denen sie dann eine neue Heimat fanden.
In unseren Band sind vier de beliebtesten Volksbücher aufgenommen worden:
„Der gehörnte Siegfried" wurde 1726, sehr spät also, aus der mündlichen Überlieferung in die Literatur gehoben, nachdem schon zwei Jahrhunderte zuvor ein Siegfried-Lied entstanden war. Während der Siegfriedstoff dem nordischen Sagenkreis entstammt, spiegeln die drei anderen hier dargebotenen Volksbücher die sozialen Umschichtungen des späten Mittelalters wider, die durch den Verfall des Rittertums und den Aufstieg des Bürgertums gekennzeichnet sind. „Die Heymonskinder" wurden 1604 aus dem Niederländischen ins Deutsche übertragen und bis zum Ende des 18. Jahrhunderts sechsmal neu aufgelegt. „Hug Schapler" wurde im Jahr 1500 erstmals gedruckt.
nur der Schutzumschlag mit Gebrauchsspuren, Buchblock und Einband tadellos
- Verlag:
- Verlag Neues Leben, berlin, 1982.
- Artikelnummer:
- B00033524
- Gewicht:
- 400 gr