- Ausgabe: 1. Auflage
- Umfang/Format: 518 Seiten ; 20 cm
- Anmerkungen: Lizenzausg. für d. Dt. Demokrat. Republik
- Einbandart und Originalverkaufspreis: : M 11.80
- Sachgebiet: Belletristik ; 08a Schöne Literatur
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts überquert an
einem sonnigen Tag ein funkensprühender Feuerball den Himmel über dem Meer. Die Passagiere des Dreimasters „Aurora", Angehörige aller staatstragenden Schichten der spanischen Feudalgesellschaft, ahnen nicht ,
was ihnen bevorsteht: Tag später kommt kanartiger Sturm auf, das Schiff zerschellt an einem Kap. Zwar können sich viele der Schiffbrüchigen auf das nahe Festland retten, betreiben aber mit ungewollter Konsequenz ih-
ren Untergang, weil keiner aus seiner gesellschaftlichen Rolle auszusteigen vermag, die
im Kampf mit den bloßen Naturgewalten völlig sinnlos geworden ist . . .
Der Häuptling eines Zigeunerstammes will seine Leute sicher nach Ägypten führen, wo er ein von Verfolgung freies Leben erhofft. Doch diese Flucht — es sind die Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg — wird für das „freieste Volk unter der Sonne" zum Verhängnis. Den Zeichen des Himmels in Gesalt einer nebelhaften Erscheinung folgend,t geraten die Zigeuner von einer Gefahr in die andere. Das unbedingte Festhalten an den strengen Riten und Gebräuchen erweist sich als Schwäche im
Kampf mit den Verfolgern und Mordbrennern,
es unterhöhlt den Zusammenhalt undführt zur
völligen Vernichtung des Stammes . .
In der Mitte des 20. Jahrhunderts berichten Eingeborene im australischen Busch, über und über mit Brandwunden bedeckt, dem seit dreißig Jahren dort amtierenden katholischen Missionar von einem seltsamen Vorfall: ein Feuergott sei am Himmel erschienen, in eine mächtige Rauchwolke gehüllt. Der Pater erforscht die Ursache und macht sich allein auf den Weg, um bei den zuständigen Behörden seines Landes eine Einstellung der Atombombenversuche in der Nähe menschlicher
Ansiedlungen zu erwirken. Er wird von Instanz zu Instanz geschickt und lernt auf diese Weise den perfektionierten Machtapparat der imperialistischen Gesellschaft kennen. Entsetzt muß er feststellen, daß die sinnentleerte Hierarchie seine humanitäre Aktivität in Ohnmacht verwandelt: Er wird eines ihrer Opfer . .
Drei in sich geschlossene parabelhafte Erzählungen varüeren in diesem Buch das Thema der Gefährdung des Menschen in Grenzsituationen und verknüpfen sich zum Roman. Menschliches Leid und Versagen haben hier ihre Ursache in der als „Konzessionen des Himmels" hingenommenen staatlich sanktionierten Ungleichheit und Unfreiheit in der Ausbeutergesellschaft, die in zugespitzten Auseinandersetzungen mit der Natur oder einer feindlichen Umwelt zur existenzbedrohenden Fessel werden. Spannungsreich und mit phantastischen Elementen durchsetzt, verwoben durch eindringliche, teils dokumentarische Schilderungen der Wirkung moderner Massenvernichtungsmittel und Manipulationsmechanismen, lassen diese Erzählungen keinen Zweifel an ihrer warnenden Zielrichtung: Der Imperialismus als gefährlichstes Stadium der Ausbeuterordnung mit seiner konzessionierten Scheindemokratie wird im Zeitalter der Atombombe als Gefahr für die gesamte Menschheit angeprangert.
Heinz von Cramer, Schriftsteller aus der BRD,
wurde 1924 in Stettin geboren. Nach dem Abitur studierte er Musikwissenschaften in Ber-
lin. Er arbeitete als Funkregisseur, Dramaturg und Librettist. Seit 1953 lebt er auf der Insel Procida im Golf von Neapel.
Werke: „San Siverio" (Roman, 1956), „Die Kunstfigur" (Roman, 1958), „Die Konzessio-
nen des Himmels" (Roman, 1961), „Leben wie im Paradies" (Erzählungen, 1964), „Der Paralleldenker" (Roman, 1968), Hörspiele, Libretti.
utes Exemplar, Einband und Buchblock altersgemäß gebräunt ,ein kleiner Fleck oben am Einband, Gesamtzustand gut
- Verlag:
- Berlin : Verlag Volk u. Welt
- gebundene Ausgabe,
- Artikelnummer:
- L00053763
- Gewicht:
- 400 gr