- Ausgabe: 2. Auflage
- Umfang/Format: 747 Seiten ; 20 cm
- Anmerkungen: Status nach VGG: lieferbar
- Einbandart und Originalverkaufspreis: : M 12.00
- Sachgebiet: Schöne Literatur
Die Herzogin von Assy ist eine Schön-
heit großen Stils, die zu verschiedenen
Zeiten Gesellschaft und Presse in
Spannung erhält durch ungewöhnliche
Abenteuer ... In dem ersten ihrer Romane sieht man die Herzogin jung,
nach Freiheit und Taten dürstend, und
immer in Bewegung, wie eine Jägerin
Diana ihr Land Dalmatien durchstreifen. Das halbwilde Land, eine sonderbar gemischte Hofgesellschaft und die
seltsam korrumpierte Barbarei aller
Verhältnisse bringen eine exotische
und spannende Handlung hervor: Anstatt Königin zu werden, muß die Herzogin über das 'Meer flüchten. In Rom spinnt sie ihren abenteuerlichen Traum fort, bis er blutig endet. In ihren stürmischen Träumen enttäuscht und geistig gereift, findet man die Herzogin von Assy in ihrem zweiten Roman in Venedig als großartige Beschützerin der Kunst... In dieser Umgebung von leidenschaftlicher Schönheit entwickeln sich mächtige Leidenschaften, die schließlich auch die Her-
. zogin selbst überwältigen. So ist aus
der keuschen Freiheitsschwärmerin und prachtliebenden Kunstbegeisterten im dritten Roman eine unersättliche Liebhaberin geworden. Die brünstige Natur Neapels steigert ihre Erotik bis zum körperlichen Wahnsinn . • • Ein fast antikes Vertrauen zur Erde, eine heidnische Dankbarkeit für gutes Schicksal geben trotz aller modernen Ausschweifungen des Geistes und der Sinne äiesem Buch eine sittliche
Grundlage. • Heinrich Mann Das „Berliner Tageblatt" brachte am 24.1.190:3 einen Artikel, in dem es hieß: „Der feinsinnige und feinsinnliche Verfasser des Bomanzyklus ‚Die
erzogin von Assy' sendet uns mit Bezug auf eine Bemerkung in der Besprechung seines Buches ... folgende Zeilen ... :
H ochgeehrter Herr... Gestatten Sie --
mir nur, %ndlich einmal einem meiner Kritiker zu versichern, da ß d 'Annunzio nicht mein Meister ist—allein darum, weil ich ihn nicht kenne. Schon hei
meinem vorigen Buch verglich Heinrich Hart meinen Stil mit dem des d'Annunzio, und dabei war es eine Berliner Satire. Es versteht sieh also, daß mein italienischer Romanzyklus den ,romanzi del giglio' noch merklicher ähneln muß. Aber gelesen habe ich sie nicht...
Ich Lin Halbromane, meine Vorliebe gilt diesem Lande, für das ich nicht nach Art eines Fremden schwärme, sondern aus dein ich in vieljährigem Aufenthalt alles das gesogen habe, was ich an künstlerischer Kraft etwa habe. Kunstwerke als rein verdichtete Sinnlichkeit aufzufassen, wie wahrscheinlich d'Annunzio und auch ich es tun, dieser sinnliche Anarchismus des Künstlers ist wohl eine Folge einer geistigen und auch physiologischen Beschaffenheit, die heute nicht selten vorkommt ...
Sie werden mir unschwer die Gerechtigkeit erweisen, zu glauben, daß ich nicht der Schüler eines einzigen Meisters bin. Wenn Sie Gelegenheit nehmen können, es auch die Leser ihrer
Kritik wissen zu lassen, wird es für mich eine Genugtuung sein, In ausgezeichneter Hochachtung
Heinrich Mann
gutes Exemplar, altersgemäß gebräunt, Gesamtzustand gut
- Verlag:
- Berlin ; Weimar : Aufbau-Verlag
- gebundene Ausgabe,
- Artikelnummer:
- B00066751
- Gewicht:
- 400 gr