- Umfang/Format: 154 Seiten ; 19 cm
- Anmerkungen: Literaturverz. Seiten 139 - 152
- Erscheinungsjahr: 1995
- Schlagwörter: Wiedervereinigung
Zu diesem Buch
In ihrer depressiven Gestimmtheit angesichts der erweiterten Republik sind die Deutschen vereint. Statt von Aufbruchstimmung getragen, ist die Gemütslage der Nation von Niedergeschlagenheit bestimmt. Warum?
Dieser Frage versucht Christian Graf von Krockow, Autor zahlreicher Bücher über die Deutschen, in seinem provozierenden historischen Essay nachzugehen. Seine Diagnose: Wir haben unsere Feindbilder verloren. Das «Reich des Bösen» ist zerfallen, die Mission des Kornmunismus diskreditiert. Aber der historische Sieg erweist sich zugleich als ein Verlust an Identität. Wir wußten, wofür, besser: wogegen wir einstanden. Die eigene Identität wurde vom Feind gesichert. Seine Existenz war es, die zusammenhielt. Mit dem Untergang der DDR hat die kulturelle Identität des negativen Nationalismus ihren äußeren Bezugspunkt verloren.
Ist den Konservativen mit den Veränderungen seit 1989 der Gegner abhanden gekommen, so der Linken die Utopie. Ihnen zeigt sich das Gute an der Wirklichkeit des Bösen. Heute ist die Utopie ihrem substantiellen Kern in Mißkredit geraten. Der Traum vom neuen Menschen - seit der Oktoberrevolution unter historischer Bewährungsprobe - ist ausgeträumt.
Eine ungeteilte Übernahme der Geschichte, die sich am Gelungenen erfreut, ohne den Blick zurück in die Abgründe zu scheuen, die die Erfahrung unseres geschichtlichen Scheiterns nicht als Hypothek, sondern als Kapital bewahrt, wird erst jene Offenheit ermöglichen, in der sich diese Nation «ohne Angst der Zukunft zuwenden kann».
gutes Exemplar, Widmung auf dem Titelblatt, nur kleine Lesespuren,Buchblock altersgemäß gebräunt
- Verlag:
- Reinbek bei Hamburg : Rowohlt
- broschiert,
- Artikelnummer:
- B00039846
- Gewicht:
- 400 gr