- Ausgabe: 57. - 59. Tsd.
- Umfang/Format: 119 Seiten ; 19 cm
- Anmerkungen: Lizenz d. Hoffmann-u.-Campe-Verlag, Hamburg
- Einbandart und Originalverkaufspreis: kartoniert : DM 6.80 3-499-11284-1 kartoniert : DM 6.80
- Sachgebiet: Belletristik
Zu diesem Buch
Siegfried Lenz ist einer der wenigen Schriftsteller, die in der Entwicklung der jüngeren deutschen Literatur neue Akzente gesetzt haben; der große Erfolg seines Romans «Deutschstunde» hat es erneut bestätigt. Aber neben dem Romancier, neben dem Verfasser von Geschichten, Essays und Hörspielen steht der Bühnenautor Lenz, der nach «Zeit der Schuldlosen» und «Das Gesicht» mit dem Schauspiel «Die Augenbinde» sein drittes Theaterstück vorlegt. (Uraufführung am z8. Februar 197o im Düsseldorfer Schauspielhaus.)
Die Handlung zeigt Menschen in einer Extremsituation. Von der «zivilisierten» Außenwelt abgeschnitten, finden sich die Teilnehmer einer Expedition inmitten einer Gesellschaft, deren Lebensgewohnheiten und Machtstrukturen sich auf die Voraussetzung gründen, daß alle ihre Mitglieder blind sind. Diese Welt voller Bedrohung und Grausamkeit zwingt die «Fremden», den Anthropologen Professor Mosse, seine Tochter Carla und die anderen Wissenschaftler, zu Entscheidungen, die die Gruppe und den einzelnen in äußerste Konsequenzen führen. Menschliche Solidarität wird sichtbar, das Sichbeugen vor der nicht legitimierten politischen Macht und die furchtlose Behauptung der Freiheit: das Schauspiel wird zur Parabel.
In dem Dialog «Nicht alle Förster sind froh», dessen Schauplatz das Büro der Telefon-Seelsorge ist, stellt Lenz die Frage nach Möglichkeiten und Grenzen der Verantwortung.
Siegfried Lenz wurde am 17. März 1926 in Lyck/Ostpreußen geboren, kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam er nach Hamburg. Er studierte zunächst Literaturgeschichte, Anglistik und Philosophie, war dann einige Jahre Feuilletonredakteur und schrieb für den Rundfunk Hörspiele, Features und Satiren; daneben erschienen kleine Erzählungen und Aufsätze. Sein erster Roman hieß «Es waren Habichte in der Luft» (1951), es folgten unter anderem «Duell mit dem Schatten» (1953); «So zärtlich war Suleyken» (1955), «Der Mann im Strom» (1957), «Das Feuerschiff» (1961), «Stadtgespräch» (1963), «Der Spielverderber» (1965), «Deutschstunde» (1969), «Das Vorbild» (1973), «Einstein überquert die Elbe bei Hamburg» (1975) und «Heimatmuseum» (1978).
«Zeit der Schuldlosen» wurde am 19. September 1961 im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg uraufgeführt, «Das Gesicht» kam am 18. September 1964 an der gleichen Bühne heraus. — 1952 erhielt Siegfried Lenz den ReneSchickele-Preis, 1953 ein Stipendium des Lessing-Preises der Freien und Hansestadt Hamburg, 1961 den Gerhart-Hauptmann-Preis der Freien Volksbühne Berlin und den Ostdeutschen Literatur-Preis, 1962 den Literatur-Preis der Freien Hansestadt Bremen und den Georg-Mackensen-Literaturpreis für Kurzgeschichten.
gutes Exemplar, ordentlich
- Verlag:
- Reinbek bei Hamburg : Rowohlt
- broschiert,
- Artikelnummer:
- B00062888
- Gewicht:
- 400 gr