- Umfang/Format: 50 Seiten
- Anmerkungen: Status nach VGG: Pr?fung ausstehend
- Einbandart und Originalverkaufspreis: kartoniert : DM 12.80, S 98.00, sfr 12.80 3-404-72526-3 kartoniert : DM 12.80, S 98.00, sfr 12.80
Vorwort:
sollte es wirklich stimmen, daß die Science Fiction eher Abbild der gegenwärtigen gesellschaftlichen Gemütsverfassung ist als ein Fabulieren über zukünftige Entwicklungen, so müßte den kundigen Leser der Verdacht beschleichen, daß wir in all den Horrorszenarien und Weltuntergangsprophezeiungen e Art kollektive Todessehnsucht ausleben.
der Tat, die Zahl der Publikationen, die sich mit dieser Thematik beschäftigen, ist wirklich Legion. Doch meist werden nur die Folgen einer nuklearen oder ökologischen Katastrophe in allen Aspekten drastisch dargestellt. Die Entwicklung aber, die zu so einem malen und absoluten Zerfall der uns bekannten Welt-
dnung geführt hat, bleibt meist diffus im Dunkel. In
den Jahren hat sich in unserem Denken eine untersonwellige Existenzangst breitgemacht, die auf das hiesige Waffenarsenal der Blöcke zurückzuführen war.
Der Grund für diese Angst ist fast verschwunden, öd& das subtile Gefühl der Bedrohung aber ist gebieben_ In all den Jahren hat sich im menschlichen Denken ein fundamentales Mißtrauen eingeschlichen. Dzsfadenscheinige Gefühl der Sicherheit bricht in dem Moment zusammen, wo wir die alten Mechanismen des Machtkampfes wiedererkennen.
Es ist also kein Wunder, daß solche Utopien wie die eine „Neuen Patrioten" immer noch en vogue sind. Im Gegensatz aber zu anderen „Superhelden-Comics" ist de Entstehungsgeschichte der Über-Menschen glaubhaft und nachvollziehbar. Hier bedarf es keiner Lertfaie mit radioaktiven Materialien, unbekannten e-dien oder gar außerirdischen Substanzen. Die
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Genesis der „Patrioten" (oder Optimen) hat einen nüchternen Hintergrund: die Lösung des genetischen Codes als Teil des SDI-Programms, auch bekannt unter dem Namen „Star Wars Initiative".
Doch diese fünfteilige Albenreihe spiegelt auch eine Kulturströmung wider, deren Ursprünge in den fünfziger und sechziger Jahren bei Schriftstellern und Künstlern wie William S. Burroughs, James Graham Ballard, Mark Pauline und Brion Gysin zu suchen sind.
Diese in den späten Siebzigern und frühen Achtzigern als „Industrial Literature" bezeichnete Gattung hatte ihre klangliche Entsprechung in der „Industrial Music" von Cabaret Voltaire, Thomas Leer, Robert Rental und, als wichtigsten Vertreter, Throbbing Gristle, die ihre Alben zuerst als sogenannte „Annual Reports" jährlich veröffentlichten. Zentralorgan dieser Bewegung war ein Magazin namens „RE-SEARCH", das besonders durch sein „Cultural Industrial Handbook" berühmt (und berüchtigt) wurde.
Gerade die Kurzgeschichten, Buchbesprechungen und Interviews im imaginären Magazinteil lassen erkennen, wessen Geistes Kind hier das Licht der Welt erblickte.
Es ist eine unbehagliche Reise, die geradewegs in ein Gefühl der Heimatlosigkeit führt, und von der man weiß, daß es kein Zurück gibt.
Genau wie Throbbing Gristle in ihrem ersten Lied schrieben: Something came over me (But I don't know what it 'was) - Etwas überkam mich (Aber ich weiß nicht, was es war).
Peter Schwindt
gutes Exemplar, ordentlich,
- Verlag:
- Bergisch Gladbach : Bastei-Verl. Lübbe
- Artikelnummer:
- B00070022
- Gewicht:
- 400 gr
- Lagerplatz:
- S11