- Umfang/Format: 269 Seiten ; 8
- Erscheinungsjahr: 1957
VORWORT
Die Novelle — die erzählenswerte Neuigkeit — ist als Kunstform in der Zeit der Renaissance entstanden und durch Boccaccio zu ihrer ersten Blüte gelangt. In Deutschland ist sie vor allem durch Goethes „Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten", durch die in
. „Wilhelm Meisters Wanderjahre" eingeflochtenen novellistischen Schöpfungen und durch die von ihm so benannte „Novelle" aus der Taufe gehoben worden. Während des 19. Jahrhunderts hat sie im deutschen Sprachbereich ihren Siegeszug angetreten, der unter vielen anderen durch die Namen Heinrich von Kleist, E. T. A. Hoffmann, Gottfried Keller und C. F. Meyer bezeichnet ist.
Zu den Meistern der novellistischen Kunstform in unserem Jahrhundert gehört Heinrich Mann. Er hat neben seinen weltberühmten Romanen auch insgesamt rund sechzig Novellen und Kurzgeschichten geschrieben, von denen eine Auswahl im vorliegenden Bande vereinigt ist. Sie umfaßt mehr als drei Jahrzehnte seiner schöpferischen Mühen, von den frühen, noch übenden und wegsuchenden Arbeiten, wie der 1896 geschriebenen Novelle „Das gestohlene Dokument", bis zu der von seiner gereiften Meisterschaft zeugenden, 1928 erstveröffentlichten Novelle „Suturp".
Der zeitlichen Spannweite entsprechen thematische und formale Verschiedenheiten. Autobiographische Qualität hat die Erzählung „Der Unbekannte"; sie knüpft an Jugenderlebnisse an. Als Satiriker, als Meister der Kunstform, durch die er, der Autor des „Untertan" und des „Professor Unrat", uns besonders vertraut geworden ist, begegnen wir ihm in der Novelle „Gretchen", die ein erstes Skizzenblatt zu dem späteren grollen Gemälde der Untertanenwelt ist. Auch zwei andere Novellen haben Beziehung zu seinen Romanen: „Die Ehrgeizige" mutet wie eine Nachschrift zu der im Roman „Die...
gepflegtes Exemplar, nur kleine Lesespuren,Buchblock altersgemäß gebräunt
- Verlag:
- Berlin : Aufbau-Verlag
- Gebundene Ausgabe, Leinen
- Artikelnummer:
- B00044263
- Gewicht:
- 400 gr